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 Matthäus Ursprung Jesu - Geburt und Kindheit

Mat 2,1-23 Die Astrologen aus dem Osten und der Kindermord des Herodes

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Gott offenbart sich hier Heiden über ihre eigentlich falschen religiösen Praktiken. Astrologie war Israel verboten:

Bannsprüche, Zauberei, Sternebeschauer können nicht helfen Jes 47,7-15
Ihr sollt euch vor Zeichen des Himmels nicht fürchten wie Heiden Jer 10,1-2

Dass Gott diesen Heiden hier trotzdem ausnahmsweise Erkenntnis über die Geburt Jesu schenkt, deutet an, dass Jesu Geburt auch für die Heiden entscheidende Bedeutung haben wird.

Offensichtlich war der Besuch dieser östlichen Astrologen erst bis zu zwei Jahre nach der Geburt Jesu (vgl. Vers 16). Maria und Joseph hatten mittlerweile ein Haus als Bleibe gefunden (Vers 11).

Die fremden Männer werden zunächst sehr enttäuscht. Der neue König scheint nicht bekannt zu sein. Mit gemischten Gefühlen und Zweifeln werden sie nach Bethlehem gegangen sein. Umso größer dann die Freude, als der Stern sie weiter leitete und sie das Kind tatsächlich fanden.

Die religiösen Leiter Israels nehmen die Heiden scheinbar nicht ernst, sonst wären sie wohl mit nach Bethlehem gegangen. Vielleicht hatten sie aber auch Angst vor Herodes.

Gott offenbart sich manchmal auch Menschen, die ihm eigentlich fern stehen. Manchmal verstehen diese durch ihr pragmatisches und naives Verständnis mehr von geistlicher Wahrheit als fromme Menschen, die durch vermeintliches Wissen und Selbstgerechtigkeit blind sind.

Die Geschenke, die die Besucher mitbringen, sind kostbar. Diese Begebenheit könnte eine Teilerfüllung einer Prophetie aus Jesaja sein:

Heiden ziehen zu deinem Licht; Reichtum kommt zu dir, Gold, Weihrauch Jes 60,1+6

Die Kirchenväter verstehen die Geschenke als Symbole der Stellung und Tätigkeit Jesu:

Der machtgierige Herodes hatte von vornherein vor, das Kind umzubringen. Dass er sich damit offen gegen Gott stellt, weil der dessen lange verheißenen Messias umbringen will, scheint ihm egal zu sein.

Zur Rettung Jesu greift Gott zweimal durch übernatürliche Mitteilungen an Joseph ein. Es ist hier besonders unverständlich, warum Gott nicht die Ermordung der vielen unschuldigen Kinder verhindert, anstatt nur Jesus zu retten. Aber Gott hindert auch sonst normalerweise Menschen nicht daran Bosheiten zu tun, auch dann nicht, wenn andere darunter leiden.

Gott setzt seine Pläne durch, auch wenn mächtige Menschen das zu verhindern suchen. Die Methoden, die Er dafür wählt, sind oft nicht die, die uns Menschen am vernünftigsten erscheinen und nehmen nicht unbedingt Rücksicht auf menschliche Interessen.

In Vers 23 wird eine Prophetie zitiert, die im Alten Testament so nicht zu finden ist. Es ist entweder ein Zitat aus einer verlorengegangenen Schrift oder bezieht sich vielleicht auf Jes 11,1: "Spross" heißt auf Hebräisch "nezär".


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:23