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 Matthäus Bergpredigt

Mat 5,17-20 Geltung des Gesetzes

18.1.97

Mat 5,17 Jesus erfüllt das Alte Testament

Jesus tritt hier von vornherein der falschen Meinung entgegen, seine späteren Aussagen "Ihr habt gehört... Ich aber sage euch..." würden das alttestamentliche Gesetz für ungültig erklären. Das ist nicht der Fall, sondern im Gegenteil: Er macht klar, was Gott mit den Gesetzen wirklich gemeint hat. Wenn die Gesetze damals nicht so streng formuliert wurden, wie Jesus sie darstellt, dann nur aus Rücksicht Gottes gegenüber der Schwäche des Menschen (vgl. Mat 19,8).

Mat 5,18 Das Alte Testament gilt bis zum Ende der Welt

"...bis alles geschehen sein wird" heißt, bis der Heilsplan Gottes vollständig ausgeführt ist und alle Prophzeihungen erfüllt sind. Dies ist der Fall, wenn "Himmel und Erde vergehen", also am Ende, nach dem letzten Gericht, wenn der neue Himmel und die neue Erde kommen (Offb 21,1-2). Bis dahin bleibt das Gesetz gültig. Jesus selbst wird der einzige sein, der es vollständig erfüllt (Joh 8,29+46 / 2Ko 5,21 / Heb 7,26-27).

Wie passt das mit Aussagen zusammen wie "Christus ist das Ende des Gesetzes ..." (Röm 10,4)?

Jesus befreit die, die an ihn als Christus glauben, durch sein Sterben von dem Zwang, das Gesetz halten zum müssen (Gal 4,4-7). Das Gesetz gilt aber weiterhin und ist Ausdruck von Gottes Willen und Bewertungsmaßstab für das Handeln. Wenn Jesus es nicht stellvertretend für uns gehalten und für unsere Sünde gestorben wäre, würden wir gemäß dem Gesetz gerichtet. Das gilt auch, wenn wir dieses Erlösungswerk Jesus nicht annehmen (vgl. Gal 5,1-4).

Mat 5,19 Folge von Lehre über Gottes Gebote

Wer irgendein Gebot als unwichtig oder ungültig betrachtet kann vor Gott keine Anerkennung finden.

Mat 5,20 Voraussetzung um ins Himmelreich zu kommen

Die Schriftgelehrten und Pharisäer hielten sich selbst und wurden von anderen gehalten für Leute, die Gottes Gesetz bis in alle Einzelheiten erfüllten. Überfließend besser zu sein als sie, dürfte als unmöglich angesehen worden sein. Diese Aussage Jesu war also aufsehenerregend. Man kann sie aus zwei Blickwinkeln verstehen:

1. Jesus will damit sagen, dass Gottes Gesetz, so wie Er es gemeint hat, unmöglich zu halten ist und dass man die Gerechtigkeit durch den Glauben an Jesus benötigt, um von Gott angenommen zu werden.
2. Jesus greift damit die Parisäer und Schriftgelehrten an und macht deutlich, dass sie das Gesetz nicht halten, weil sie es nur äußerlich erfüllen, ihren eigentlichen Sinn aber ignorieren (vgl. Mat 15,1-9 / Mat 23).


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 01.06.2020 17:58:23