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 Matthäus Wundertaten Jesu und was Nachfolge bedeutet

Mat 8,23-27 Die Stillung des Sturms

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In diesem Ereignis lehrt Jesus seine Jünger zwei Dinge:

1. Wer glaubt muss keine Angst haben
2. Seine Macht als Messias

Wer glaubt muss keine Angst haben

In Psalm 107,23-32 wird eine sehr ähnliche Situation erwähnt, wobei Kaufleute auf dem Meer durch einen Sturm in Seenot gerieten, zum HERRN schrien und Er den Sturm in eine Stille verwandelte. Der Abschnitt endet mit der Aufforderung, den HERRN zu preisen für seine Gnade und seine Wunder. Beachtlich ist dabei, dass Gott den Sturm selbst herbeigerufen hat!

Sowohl in Mat 8,23-27 als auch in Psm 107 ist der Sturm also Erziehungsmaßnahme Gottes zur Herausforderung des Glaubens. Ebenfalls um eine Erziehungsmaßnahme geht es in Jona 1,1-12, wenn auch mit etwas anderer Zielrichtung.

Jesus tadelt den Kleinglauben und die Angst der Jünger. Warum ist die Angst unberechtigt? Was hätten sie glauben müssen?

Sie hätten nach ihrem Zusammenleben mit Jesus wissen müssen, dass der Auftrag Jesu noch nicht erledigt war. Deshalb konnte es nicht geschehen, dass Jesus mit ihnen ertrinken würde.

Wie jedoch sieht es für uns heute aus? Wir haben diese Garantie nicht. Wir haben auch sonst keine Verheißungen, dass uns keine Unglücke, und Naturkatastrophen heimsuchen. Missionare und andere Diener Gottes kommen genauso durch Unfall, Verbrechen und Krankheit zu Schaden und sogar ums Leben wie alle anderen Menschen auch. Es ist uns sogar in der Bibel gesagt, dass die, die Jesus entschieden nachfolgen, mit besonderen Gefahren durch dem Glauben feindlich gesinnte Menschen zu rechnen haben (Mat 5,10-12 / Mat 10,16-22 / Mat 10,34-36 / Mat 24,9-12). Schon die Apostelgeschichte berichtet davon, dass es so geschehen ist (Apg 7,54-60 / Apg 8,1-3 / Apg 12,1-3), und auch in der weiteren Kirchengeschichte gibt es viele Berichte von Märtyern, die um ihres Glaubens willen verfolgt, enteignet und getötet wurden.

Was sagt der Text also für uns heute? Woran sollen wir in schwierigen Situationen glauben, so dass wir keine Angst zu haben brauchen? Wer an Jesus glaubt, hat Vergebung der Sünden und deshalb von Gottes Gericht nichts zu befürchten (Joh 3,16-18 / Joh 5,24 / Röm 8,1). Er hat ewiges Leben in Herrlichkeit bei Gott (1Th 4,13-18 / 1Pt 1,5-7 / Off 21,1-4). Deshalb braucht ein Christ keine Angst vor dem Tod zu haben (Mat 10,22 / Mat 24,10-13 / Mat 10,28 / 1Pt 1,5-7). Außerdem haben wir die Verheißung, dass Gott uns in Verfolgungen beistehen wird (Mat 10,19-22).

Die Macht des Messias

Das Wunder, das Jesus hier tut, nämlich einen Sturm von einem Moment zum anderen in eine große Stille zu verwandeln, ist offenbar so beeindruckend, dass selbst seine Jünger, die schon viele seiner Wunder gesehen hatten, so erstaunt sind, dass sie sagen: "Was ist das für ein Mann? Selbst Wind und Meer sind ihm gehorsam. " Dass ihm Krankheiten und Dämonen gehorsam ist, das ist dagegen scheinbar nichts Besonderes. Möglicherweise gab es damals auch Wunderheiler, die mit magischen Kräften manche Krankheit geheilt haben. Jedoch einen Sturm zu stillen, das war einzigartig.

Die Verwunderung der Jünger drückt aus, dass ihnen entweder noch nicht klar war, dass Jesus der Messias ist, oder dass sie ihn vielleicht schon für den Messias hielten, aber noch nicht wussten, welche Macht der Messias wirklich hat, und dass er Gott selbst ist.

Stürme kommen in der Bibel, außer in den oben genannten Stellen, im Wesentlichen noch mit folgenden Bedeutungen vor:

Besonders interessant ist die Stelle Jes 47,1-11 wo Sturm als eine Gerichtsmaßnahme gegen Babylon angekündigt wird, gegen die die Zauberer machtlos sind.

Ein Sturm, als besonderes Zeichen der Macht Gottes, kann von niemand anders als Gott selbst beendet werden. Auch heutzutage können wir mit der modernen Medizin viele Krankheiten fast problemlos heilen, die früher sicher zum Tod führten. Gegen zerstörerische Stürme jedoch haben wir auch heute immer noch keine Mittel in der Hand, außer, dass sie einigermaßen vorhergesagt werden können.

Jesus tut hier also ein Wunder, das völlig einzigartig ist, und ihn als den Herrn der Welt, ja den Schöpfer selbst ausweist (Kol 1,16). Denn er braucht nicht um die Stillung des Sturms zu Gott zu beten, sondern er befiehlt dem Sturm!


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:24