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 Matthäus Wundertaten Jesu und was Nachfolge bedeutet

Mat 9,1-8 Heilung eines Gelähmten

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Wo fand dieses Ereignis statt?

Dieses Ereignis findet in "seiner Stadt" statt. Was bedeutet das? In Mat 4,13 wird berichtet, dass Jesus in Kapernaum wohnte. Auch in der Parallelstelle, Mrk 2,1, wird dies deutlich.

Warum heilt Jesus den Gelähmten nicht sofort?

Ungewöhnlich an dieser Heilungsgeschichte ist, dass Jesus den Gelähmten nicht sofort heilt, wie in den meisten anderen Geschichten, sondern, dass er dem Kranken versichert, dass seine Sünden vergeben sind.

Krankheit kann seine Ursache in Sünde haben (5Mo 28,47-48 / 1Ko 11,29-30 / 2Ch 26,16-21), muss aber nicht (2Kg 20,1-6 / Hiob 2,1-10 / Joh 9,1-3).

Jesus kennt jeden Menschen genau. Er wusste, dass die Krankheit dieses Menschen seine Ursache in Sünde hatte, oder zumindest der Kranke davon überzeugt war und sein schlechtes Gewissen ihn möglicherweise sehr quälte. Jesus weiß, was das eigentliche Problem jedes Menschen ist und kann deshalb grundlegene Heilung schenken, nicht nur oberflächliche. In Kenntnis des Willens Gottes für diesen Menschen und wohl auch unter der Voraussetzung seines bevorstehenden stellvertretenden Kreuzestodes, ohne den Vergebung nicht möglich ist, spricht er diesem Menschen die Vergebung seiner Sünden zu.

Dies löst Kritik bei den Schriftgelehrten aus, denn das Recht Sünden zu vergeben hat allein Gott. Deshalb beweist Jesus, dass er die Sündenvergebung im Namen Gottes und mit göttlicher Autorität zugesprochen hat, indem er auch die Krankheit beseitigt. Dies hätte Gott nicht zugelassen, wenn er die Sünde nicht vergeben hätte. Wenn der Zuspruch der Vergebung Lüge gewesen wäre, dann wäre die Sünde noch da geblieben und damit auch deren Folge, die Krankheit.

Warum bekommt der Gelähmte Sündenvergebung und Heilung?

Normalerweise setzt Sündenvergebung Buße (Umkehr) voraus (Psm 32,1-5 / Mat 18,3 / Apg 3,19-20). Explizit genannt wird aber hier nur der Glaube: "Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er ...".

Es kann jedoch, wie oben schon gezeigt, angenommen werden, dass dem Gelähmten seine Sünde und deren Zusammenhang mit der Krankheit bekannt war. Deshalb ist auch wahrscheinlich, dass er Buße getan hatte, sonst hätte er nicht mit der Heilung rechnen können, und ein Besuch bei Jesus wäre zwecklos gewesen.

Der Glaube wird jedoch, ebenso wie die Buße immer wieder als Voraussetzung für Vergebung genannt (Mrk 16,16 / Apg 16,30-31 / Heb 11,6).

Was war nun der Inhalt des Glaubens des Gelähmten und seiner Träger? Offensichtlich, dass Jesus die Macht hat, seine Sünden zu vergeben und auch die Krankheit zu heilen. Eine solche Macht konnte eigentlich nur der Messias haben. In Jes 35,5-6 wird gesagt, dass solche Wunder geschehen werden, wenn der HERR kommen wird. Auch Johannes dem Täufer nennt Jesus diese Dinge als Zeichen, dass er der Messias ist (Mat 11,2-5). Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Gelähmte und seine Träger an Jesus als den Messias glaubten.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:24