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 Matthäus Umgang Jesu mit Zweiflern, geistlich Not Leidenden und Kritikern

Mat 12,15-21 Jesus der stille Knecht Gottes

01/2015

Obwohl Jesus dem Konflikt mit seinen Gegnern nicht grundsätzlich aus dem Weg geht (vgl. Mat 12,9-14), bringt er sich vor ihren Anschlagsversuchen hier zunächst in Sicherheit. Seine Zeit, sich ihnen auszuliefern, war noch nicht gekommen (vgl. Joh 7,3-8). Wann das der Fall ist, bestimmt der Vater. Auch Jesu Nachfolger müssen nicht in Gefahr bleiben, sondern dürfen sich in Sicherheit bringen (Mat 10,23).

Die Tatsache, dass Jesus viele Menschen nachfolgten und er viele heilte, ist hier keine Neuigkeit (vgl. Mat 4,23-25). Auf was es Matthäus hier aber offenbar ankommt, ist, dass Jesus den Geheilten befahl, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten, und damit die Erfüllung der Prophezeiung vom Knecht Gottes in Jes 42,1-4. Jesus vermarktet seine Heilungen nicht. An mehreren Stellen verbietet er immer wieder davon zu erzählen und ihn als Christus zu verkünden.

Mrk 3,11-12 / Mrk 1,34 / Mrk 1,43-44 / Mat 8,4 / Mrk 5,43 / Mrk 7,36 / Mrk 8,26 / Mat 16,20

Siehe auch Kommentare zu: 

Mat 8,1-4 Warum verbietet Jesus von der Heilung zu erzählen?

Mat 16,20 Wie kommt man zur richtigen Erkenntnis über die Person Jesu?

Mrk 8,30 Warum predigt Jesus nicht direkt, dass er der Christus ist

Das AT-Zitat aus Jes 42,1-4 hebt das sanftmütige Wesen Jesu hervor, das sicherlich auch für seine Nachfolger ein Verhaltensmaßstab ist (vgl. Gal 5,22). Das gilt auch für sein Vorbild als Knecht Gottes (Mat 20,25-28).

Der Text wird nach der griechischen Septuaginta zitiert. Der hebräische, masoretische Text, der den meisten Bibeln zu Grunde liegt, unterscheidet sich an folgenden Stellen davon:

Diese Unterschiede sind aber nicht erheblich und verändern den Sinn nicht.

Folgende Aussagen des Zitats aus Jes 42,1-4 sind bemerkenswert:

Das Thema der Einbeziehung der Nichtjuden in die Evangeliumsverkündigung greift Matthäus mehrmals auf:

Heilung des Knechts des Hauptmanns mit vorbildlichem Glauben Mat 8,5-13
Ankündigung der Tischgemeinschaft vieler Fremder mit den Erzvätern Mat 8,11-12
Ablehnung der Zeichenforderung; Niniviten und Königin von Saba als Vorbilder Mat 12,38-42
Die kanaanäische Frau aus Phönizien: Demütig und gläubig Mat 15,21-28
Böse Weingärtner; Gottes Reich wird einem Volk gegeben, das Früchte bringt Mat 21,33-43


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:24