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 Matthäus Umgang Jesu mit Zweiflern, geistlich Not Leidenden und Kritikern

Mat 12,38-42 Ablehnung der Zeichenforderung

04/2015

Eine ähnliche Episode wie diese ereignet sich später nochmals (Mat 16,1-4). Es ist auffällg, dass dort wie hier spektakuläre Wunderzeichen vorangehen, die aber die Pharisäer und Schriftgelehrten möglicherweise nicht selbst miterlebt haben, sondern von denen sie nur von Zeugen gehört haben (Mat 12,24: "Als aber die Pharisäer es hörten, ...")

Warum lehnt Jesus die Zeichenforderung ab?

Eine Bitte um ein Zeichen ist nicht grundsätzlich falsch und wird von Gott auch manchmal erhört (vgl. 1Mo 24,12-21 / 1Sa 14,8-14 / Rch 6,36-40 / Rch 13,6-11), sogar hin und wieder dann, wenn es Ausdruck von Zweifel ist. Es gibt auch Fälle, wo Gott selbst ein Zeichen anbietet (Jes 7,10-14 / Mal 3,7-12).

Es kommt auf die richtige Haltung an. Der Versuch, Gott zu einem Zeichen zu zwingen, ist auf jeden Fall verwerflich, wie Jesu Antwort auf die Versuchung des Teufels deutlich macht (Mat 4,5-7 / Luk 4,9-12 / 5Mo 6,16).

Hier wird ein Zeichen gefordert von Leuten, die Jesus als böse und ehebrecherisch bezeichnet. Ihre Forderung war nicht mit einer demütigen, bittenden Haltung verbunden, wie es bei den Beispielen ganz oben oft zum Ausdruck kommt, sondern mit einer Haltung boshaften Unglaubens. Man darf annehmen, dass die frommen Juden nicht im Ehebruch lebten. Das wäre in der damaligen Gesellschaft nicht akzeptabel gewesen (vgl. Joh 8,3-5). Der Begriff "ehebrecherisches Geschlecht" ist von Jesus symbolisch gemeint, so wie er im Alten Testament oft gebraucht wird, um die Untreue und den Abfall von Gott zu veranschaulichen (Jer 3,20 / Hes 23,27-28). Auch Jakobus bezeichnet seine Leser, die eine falsche Haltung beim Gebet haben, als Ehebrecherinnen (Jak 4,1-4).

Die Bibel zeigt an mehreren Stellen, dass sich Gott uns nur offenbart, wenn eine grundsätzliche Bereitschaft zum Glauben vorhanden ist.

Siehe Thematischer Pfadfinder zur Bibel: Offenbarung Gottes nur für Glaubende

Das kommt auch im folgenden Kapitel 13 in den Gleichnissen zum Ausdruck.

Warum vergleicht sich Jesus mit Jona?

Den wichtigsten Vergleichspunkt stellt Jesus voran: So wie Jona 3 Tage im Bauch des Fisches war und wieder herauskam, so wird Jesus drei Tage begraben sein. Er deutet hier also an, dass seine Auferstehung das letzte Zeichenwunder sein wird, das die Schriftgelehrten und Pharisäer mitbekommen werden. Aber auch dieses Zeichen werden sie später mit lächerlichen und betrügerischen Maßnahmen zu unterdrücken versuchen (Mat 27,62-64).

Es gibt noch eine Parallele: Aufgrund der Predigt Jonas kam es zur Bekehrung des Volks in Ninive. Auch bei der Pfingstpredigt des Petrus nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu werden viele sich bekehren (Apg 2,37-41). Wieder einmal werden den frommen Juden hier Nichtjuden (Ninive war die Hauptstadt des assyrischen Reiches) als Vorbilder vorgestellt, in diesem Fall Vorbilder für die Bereitschaft zur Buße. Auch die Königin des Südens (d. h. die Königin von Saba (1Kg 10,1-9 / 2Ch 9,1-8); Saba war wahrscheinlich in Südarabien) wird als Vorbild hingestellt. Sie war begeistert von der Weisheit Salomos und hatte ein Verlangen nach der Wahrheit (2Ch 9,3+5). Diese Tugenden fehlen den Pharisäern und Schriftgelehrten.

Jesus betont, dass er größer als Jona und größer als Salomo ist, d. h. er erhebt den Anspruch ein größerer Prophet als Jona und ein größerer König als Salomo zu sein. Einen größeren König als Salomo hat es in Israel nie gegeben und es gab auch aufgrund der politischen Situation keinen Anlass damit zu rechnen, dass es in nächster Zeit einen geben würde, außer dem verheißenen, göttlichen König, dem Messias. Jesus erhebt hier also indirekt den Anspruch der Messias zu sein.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 28.04.2020 10:32:36