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 Matthäus Umgang Jesu mit Zweiflern, geistlich Not Leidenden und Kritikern

Mat 12,43-45 Die Rückkehr des Dämons

04/2015

Nachdem Jesus in Mat 12,22 einen Besessenen befreit hat, erklärt er nun, was danach passieren könnte. Der Dämon sucht offenbar einen neuen Wirt, da er sich unwohl fühlt, wenn er nicht in einem Menschen wohnt ("wasserlose Stätten", "dürre Orte", d. h. für den Dämon so unangenehm und unbewohnbar wie für Menschen eine Wüste).

Dämonen können aber offenbar nicht von jedem Menschen einfach so Besitz ergreifen. Ein Mensch muss dafür die Voraussetzung bieten, indem er sich in irgendeiner Weise dem Dämon öffnet. Das ist wohl bei Menschen, die schon einmal besessen waren, immer noch einfacher, als bei Menschen, die mit Dämonen noch nie zu tun hatten. Daher versucht der Dämon in den Menschen zurückzukehren, den er zuletzt besessen hat, vielleicht weil er ihn kennt und weiß wie er am besten eindringen kann. Es gibt für einen Dämon aber offensichtlich ein Hindernis, einfach so in den Menschen zurückzukehren, von dem er ausgetrieben wurde. Der gereinigte Zustand, "gesäubert und geschmückt", stellt wohl eine Hürde da. Deshalb holt er sich Verstärkung, um von diesem gereinigten Menschen erneut Besitz ergreifen zu können.

Soweit die Verhältnisse aus der unsichtbaren Welt, die Jesus hier erklärt. Danach wendet er dies auf die Schriftgelehrten und Pharisäer an, mit denen er gerade im Gespräch ist (Mat 12,38): "So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen" (Mat 12,45).

Wie ist das zu verstehen? Es gibt ja keinen Hinweis, dass die Zuhörer besessen sind oder waren. Daher kann man davon ausgehen, dass Jesus die Anwendung der dämonischen Verhältnisse gleichnishaft meint.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten sind Leute, die durch die Kenntnis des Wortes Gottes Gottes in gewisser Weise geheiligt und vom Bösen gereinigt waren (vgl. Joh 15,3). Weil sie aber nicht an Jesus glauben wollen, sind sie im Inneren leer und damit eine Einladung für das Böse. Daher warnt Jesus sie, dass sie in der akuten Gefahr stehen, in die totale Gottesferne und ganz unter teuflische Herrschaft zu geraten.

So ging es später Irrlehrern, vor denen Petrus in 2Pt 2,18-22 warnt. Sie haben zwar zunächst das Evangelium kennengelernt, es aber nicht angenommen haben und wurden deshalb "Sklaven des Verderbens".

In der Parallelstelle Luk 11,24-26 fehlt der direkte Bezug "so wird es auch diesen Geschlecht ergehen". Der Zusammenhang ist aber der gleiche: Dämonenaustreibung, Vorwurf, dass dies durch Beelzebul geschah, Zeichenforderung, "Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich. "


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 01.06.2020 17:58:24