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 Matthäus Umgang Jesu mit Zweiflern, geistlich Not Leidenden und Kritikern

Mat 12,46-50 Die wahren Verwandten Jesu

04/2015

Zu engen Verwandten hat man oft auch eine enge Beziehung, die von gegenseitigem Vertrauen, Zuneigung und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Enge Verwandte genießen meist eine bevorzugte Stellung gegenüber Freunden und Bekannten.

Diese Bevorzugung wollten die Verwandten Jesu hier möglicherweise beanspruchen, da sie während seines Vortrags kommen. Als Jesus darauf hingewiesen wird, gibt er eine Antwort, die zweierlei Aspekte enthält.

Gottesdienst hat Priorität

Die Antwort Jesu lässt vermuten, dass er den Anspruch seiner Verwandten auf besondere oder sofortige Zuwendung zunächst zurückweist. (Die Parallelstelle in Mrk 3,31-34 erwähnt, dass sie jemanden zu Jesus sandten und nach ihm riefen.) Es ist zwar möglich, dass er ihrem Gesprächswunsch später doch noch nachgekommen ist. Das wird aber nicht erwähnt, was für sich auch schon die Prioritäten deutlich macht. Jesus lässt sich in seinem Dienst am Volk nicht unterbrechen. Sein Dienstauftrag von Gott hat höhere Priorität als die Wünsche von Menschen. Das wird auch an anderen Stellen deutlich gemacht (Luk 9,59-62 / Mat 10,35-37 / Luk 14,26).

Das bedeutet aber nicht, dass Verwandten mit Lieblosigkeit und Vernachlässigung begegnet werden soll, wie folgende Stellen zeigen:

Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst 5Mo 5,16 / 2Mo 20,12
Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, muss getötet werden 2Mo 21,17
Ihr sollt Mutter und Vater fürchten 3Mo 19,3
Was tun für ewiges Leben? ... ehre Vater und Mutter! Luk 18,18-20
Kinder, gehorcht Eltern! Ehre Eltern! Das ist 1. Gebot mit Verheißung Eph 6,1-3
Wer Familie nicht versorgt, verleugnet den Glauben 1Ti 5,8

Auch Jesus kümmert sich sogar noch am Kreuz um seine Mutter (Joh 19,26-27).

Jünger genießen eine enge Beziehung zu Jesus

Wer an Jesus glaubt, hat Gott zum Vater (Joh 1,12) und damit Jesus als Bruder (vgl. Mat 25,40). Auch den Begriff "Freunde" benutzt Jesus um die enge Beziehung zu seinen Jüngern zu beschreiben (Joh 15,14-15). Obwohl nur seine Mutter und seine Brüder nach ihm verlangen, zählt Jesus in V. 50 auch die Schwestern auf und damit alle Verwandten ersten Grades, mit Ausnahme des Vaters. Vater ist allein Gott (vgl. Mat 23,9).

Die Begriffe "Jünger" (V. 49) und "wer den Willen meines Vaters im Himmel tut" (V. 50) verwendet Jesus synonym. In der Parallelstelle in Luk 8,21 steht: "die das Wort Gottes hören und tun".

Daraus kann man schließen, dass die Beziehung gestört ist, wenn jemand den Willen des Vaters nicht tut. Es gibt allerdings sonst in der Bibel keinen Hinweis, dass die Gotteskindschaft dadurch grundsätzlich aufgehoben wird, wenn sie einmal durch den echten Glauben an Jesus etabliert wurde.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:24