Anzeigefenster für Bibeltexte: dieses   eigenes   jeweils neues
  bei Verlassen der Seite Zusatzfenster schließen
 

 Matthäus Ereignisse um die Auseinandersetzung mit der Frage wer Jesus ist

Mat 14,1-13 Ermordung Johannes' des Täufers

Beobachtungen

Der größte Teil dieses Abschnitts ist ein Rückblick, dessen Anlass in den ersten zwei Versen beschrieben wird:

Herodes

Seltsamerweise glaubt der gottlose Herrscher Herodes Antipas, von den Römern abhängiger Herrscher über Galiläa und Peräa von 4 v. bis 39 n. Chr., dass der von ihm ermordete Johannes aus den Toten auferstanden ist. Es gibt aber überhaupt keinen Anlass so etwas anzunehmen. Weder gibt es im Alten Testament ähliche Fälle, noch deutet das Wirken Jesu darauf hin. Jesus nennt sich nicht Johannes. Außerdem tut Jesus Wunderzeichen, während Johannes keine getan hat. Jesus kleidet und ernährt sich auch nicht so auffällig wie Johannes (Mat 3,4). Es gibt also überhaupt keinen Anlass an eine Auferstehung des Johannes zu glauben. Der Glaube des Herodes speist sich deshalb vermutlich aus anderen, heidnischen, abergläubischen Quellen. Der Glaube an wundertuende Totengeister kommt eher in animistischen Religionen vor.

Sein Glaube deutet darauf hin, dass er ein schlechtes Gewissen hatte. Durch die vermutete Auferstehung wurde die Ermordung quasi rückgängig gemacht und daher von höherer Gewalt als falsch gekennzeichnet. Eine Umkehr (Buße) und Hinwendung zu Gott folgte aus dieser Erkenntnis aber offenbar nicht.

Herodes verstrickt sich in eine Kette von Sünden:

1. Er begeht Ehebruch mit der Frau seines Bruders.
2. Als Johannes ihn zurechtweist, tut er nicht Buße, sondern inhaftiert Johannes und will ihn sogar töten, was er nur aus Angst vor dem Volkszorn noch nicht tut. Er hat mehr Angst vor dem Volk als vor Gott.
3. Der (wahrscheinlich erotische) Tanz der Tochter der Frau, mit der er in Sünde lebt, verleitet ihn, wahrscheinlich unter Alkoholeinfluss, zu der dummen Versprechung, die ihn dann verpflichtet eine weitere Sünde zu begehen.
4. Sein in diesem Fall falscher Ehrgeiz, sein Wort nicht zu brechen, lässt ihn sogar seine Angst vor dem Volkszorn überwinden und den Mord begehen. Seine eigene Ehre ist ihm wichtiger als das Volk und wichtiger als Gott (vgl. Joh 12,42-43).

Johannes der Täufer

Johannes hält Herodes seine Sünde vor, so wie er es bei allen anderen auch getan hat, einschließlich der führenden Theologen und Ratsherren (Mat 3,5-7). Er nimmt keine Rücksicht auf sich selbst wenn es um die Wahrheit und seinen Auftrag geht, den er von Gott hat. Sicher war ihm klar, dass er mit der Kritik an Herodes sich selbst in Gefahr brachte.

Johannes nutzt auch im Gefängis die Gelegenheit, Herodes Gottes Wort zu sagen (Mrk 6,18-20).

Jesus

Für Jesus ist die entsetzliche Nachricht vom Tod des Johannes Anlass, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, wo er vermutlich getrauert und über seinen weiteren Weg nachgedacht und gebetet hat.

Anwendungen

Aberglauben vermeiden

Leider gibt es auch heute in der Christenheit viele, die an Phänomene und Lehren glauben, die von der Bibel überhaupt nicht unterstützt werden, oder für deren Begründung Bibeltexte umgedeutet oder aus dem Zusammenhang gerissen werden. Vor derartigem Aberglauben müssen wir uns hüten.

Entscheidungen nach den richtigen Prioritäten

Wir müssen bei der Entscheidung, welchen Regeln wir folgen, die richtigen Prioritäten setzen und uns nach Gottes Willen richten, anstatt nach Menschen oder danach zu tun, was der eigenen Ehre dient.

Eine Sünde zieht oft weitere nach sich

Sünden können uns dazu zwingen zu deren Vertuschung weitere zu begehen. Sünden nehmen gefangen (Joh 8,34).

Wahrheit hat Vorrang vor Angst und Rücksichtnahme auf hochgestellte Personen

Wahrheit muss gesagt werden, auch wenn sie nicht willkommen ist oder uns sogar in Gefahr bringen kann. Das war schon immer die Aufgabe der Diener Gottes.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:24