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 Matthäus Ereignisse um die Auseinandersetzung mit der Frage wer Jesus ist

Mat 15,1-20 Menschliche Gebote, Gottes Gebote und Verunreinigung

Mat 15,1-9 Die Überlieferung der Alten contra Gottes Gebote

Die Schriftgelehrten und Pharisäer werfen Jesus und seinen Jüngern nicht die Übertretung der Gebote Gottes vor, sondern die Übertretung der Überlieferung der Alten. Diese Regeln sollten ursprünglich einen "Zaun" um Gottes Gebote bilden, um vor versehentlicher Übertretung zu schützen. Sie wurden aber immer mehr zum Selbstzweck und dienten der Demonstration eigener Frömmigkeit. Das Beispiel, das Jesus erwähnt, macht nicht nur das deutlich, sondern daneben noch einen weiteren gravierenden Fehler: Diese Überlieferungen der Alten missverstehen die Gebote Gottes oft, sogar bis dahin, dass sie sie in ihr Gegenteil verkehren, wie das Beipiel deutlich macht.

Auch in heutigen christlichen Kreisen gibt es - meist ungeschriebene - Gesetze und Regeln, deren Einhaltung von der Gemeinschaft erwartet wird. Diese können manchmal nützlich sein. Aber sie müssen immer wieder überprüft werden, ob und welchen Zweck sie erfüllen. Sie bergen mindestens zwei Gefahren:

Jesus betont, dass ein solcher Gottesdienst vergeblich ist. Dieser Aspekt fehlt bei Jes 29,13 explizit noch, ist aber im Zusammenhang implizit enthalten. Auch an anderen Stellen macht Jesus deutlich, dass ein zur Schau gestellter Gottesdienst, der hauptsächlich der eigenen Ehre dient, vor Gott keine Anerkennung findet (Mat 6,1-6 / Mat 6,16-18). Diese Warnung findet sich auch im Alten Testament mehrmals, z. B. Amos 5,21-24 / Jes 1,10-17. Die Schriftgelehrten und Pharisäer verehren durch die Einhaltung der menschlichen Regeln nicht Gott, sondern sich selbst.

Zusammenfassung:

Mat 15,10-20 Was Menschen aus Gottes Sicht unrein macht

Jesus wendet sich nun an die Volksmenge, die von den Pharisäern und Schriftgelehrten stark beeinflusst war, um deren falsche Lehren zu korrigieren:

Das Herz des Menschen ist die Quelle alles Bösen. Alle Sünden fangen in den Gedanken an. Dort muss auch die Reinigung anfangen. Das ist der Zweck aller gottesdienstlichen Praktiken, die im Alten Testament befohlen werden: Opfer, Feste, Denkmale, etc. Bei all diesen vorgeschriebenen Praktiken ging es darum, auf Sünde hinzuweisen und damit zu deren Vermeidung aufzufordern. Außerdem wiesen sie auf die Herrlichkeit und die Wohltaten Gottes hin. All das zielt daraufhin das Denken des Menschen im Sinn Gottes zu beeinflussen.

Äußerliche Religiosität dagegen, wie das Waschen der Hände (das ja eine religiöse, keine hygienische Bedeutung hatte) ist geistlich wertlos, ja sogar gefährlich, weil sie eine geistliche Reinheit vortäuscht, die nicht vorhanden ist, und damit nicht nur die Ursachen des Problems nicht behebt, sondern das Problem unter den Teppich kehrt und damit seine Behebung verhindert.

Die Jünger sind besorgt darüber, dass Jesus die geistlichen Leiter des Volks verärgert hat, und halten es für notwendig, ihn auf diesen Fehler, wie sie meinen, hinzuweisen.

Jesus nimmt auf die Gefühle und Würde der geistlichen Leiter keine Rücksicht, weil die Wahrheit wichtiger ist. Die Schriftgelehrten und vor allem das Volk, das von ihnen fehlgeleitet wird, müssen vor falschen Wegen und falschem Denken bewahrt und korrigiert werden, da sie sonst erheblichen Schaden nehmen und mit Gottes Gericht rechnen müssen.

Jesus macht in seiner Antwort an die Jünger auch deutlich, dass diese Leiter für ihn keine Bedeutung haben. Er bezeichnet sie sogar mit zwei Bildern, die sie verurteilen:

Damit brandmarkt er sie als Irrlehrer, die Gottes Verurteilung zu erwarten haben.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 01.06.2020 17:58:24