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 Matthäus Ereignisse um die Auseinandersetzung mit der Frage wer Jesus ist

Mat 16,1-12 Pharisäer und Sadduzäer: Zeichenforderung und Warnung vor ihnen

Mat 16,1-4 Ablehnung der Zeichenforderung der Pharisäer und Sadduzäer

Die Pharisäer und Sadduzäer bezweifeln die Autorität Jesu als von Gott gesandtem Propheten und fordern daher wiederholt einen Beweis seiner Autorität, genau wie schon in Mat 12,38-42. Als einen solchen Beweis akzeptieren sie nur ein spektakuläres "Zeichen vom Himmel", d. h. von Gott.

Aus folgenden Gründen ist diese Forderung unberechtigt:

1. Jesus hat bereits viele Wunderzeichen gegeben, die völlig eindeutig sind. Er verweist auf die geschehenen Zeichen der Zeit, die ihn als Messias ausweisen (Mat 11,2-5 / Mat 14,19-21 / Mat 14,35-36 / Mat 15,30). Nur ein Zeichen steht noch aus, das Zeichen des Jona, d. h. Jesu Auferstehung (vgl. Mat 12,38-39).
2. Ein Prophet muss sich nicht durch spektakuläre Wunder auszeichnen. Die wenigsten alttestamentlichen Propheten haben das getan. Gott selbst fordert nur dazu auf, die Propheten anhand ihrer Worte zu prüfen, ob sie eintreffen (5Mo 11,20-22). Zeichenwunder muss der richtige Prophet nicht tun. Spektakuläre Wunderzeichen können sogar bei falschen Propheten auftreten und sind daher alleine kein Beweis für göttliche Autorität (5Mo 13,2-6).
3. Jesus, der Sohn Gottes bestimmt, wie er sich offenbart. Er lässt sich nicht auf die Probe stellen und herumkommandieren.

Warum wollen die Pharisäer und Sadduzäer trotzdem ein Zeichen?

Jesus kennt ihre Motive und nennt sie daher ein "böses und ehebrecherisches Geschlecht". Ehebruch ist hier symbolisch gemeint und ist im AT oft das Bild für Götzendienst, Untreue und Ungehorsam Gott gegenüber (Jes 54,5 / Jer 3,20 / Hes 16,1-52 / Jes 23,1-7+36-39). Die Pharisäer und Sadduzäer, die das AT gut kannten, verstanden sicher was Jesus ihnen vorwarf.

Ihr Motiv war also Unglaube und Ungehorsam. Sie suchten einen Grund Jesus nicht gehorchen zu müssen. Eine Ursache für diesen Unglauben mag gewesen sein, dass sie sich den Messias anders vorgestellt haben und Jesus deshalb nicht in ihr Schema passte.

Das Problem haben wir oft, dass Gott anders handelt, als wir uns das vorstellen, und es uns deshalb schwer fällt, ihm zu vertrauen. Sogar Johannes der Täufer hatte damit zu kämpfen (Mat 11,2-6).

Mat 16,5-12 Warnung vor den Pharisäern und Sadduzäern und der Kleinglaube der Jünger

Was meint Jesus mit dem "Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer"?

Beim Brotbacken setzte man dem Teig aus frischem Mehl ein Stück alten, gesäuerten Teig hinzu, das man vom letzten Mal her in Wasser aufbewahrt hatte. Dadurch wurde der ganze Teig durchsäuert und gelockert. Diese Wirkung des S. wird zum Bild für unauffällige, doch gründliche und durchdringende Einflüsse im bösen (Mt16,6.11f; Mk8,15; Lk12,1; Gal5,9), aber auch im guten Sinn (Mt13,33; Lk13,21).
[Rienecker, Lexikon zur Bibel]

In der Parallelstelle Luk 12,1 wird der Sauerteig der Pharisäer explizit als deren Heuchelei bezeichnet. Das passt auch hier. Die Pharisäer und Sadduzäer geben sich äußerlich fromm, sind aber im Herzen ungläubig.

Der Kleinglaube der Jünger

Wegen ihres Kleinglaubens und der daraus folgenden irdischen Sorgen haben die Jünger ihre Gedanken bei unwichtigen Dingen und verstehen Jesus daher falsch.

Ihre Gedanken sind noch nicht einmal logisch. Was haben Pharisäer und Sadduzäer mit Brot zu tun? Man sieht hier, dass sogar der Verstand beeinträchtigt ist, wenn man sich in seinen Gedanken nicht von Jesus leiten lässt (vgl. Eph 4,18).

Zusammenfassung: Unglaube und Kleinglaube

Dieser Abschnitt stellt den Unterschied zwischen Unglauben (Pharisäer und Sadduzäer) und Kleinglauben (Jünger) dar.

Der Unglaube ist gekennzeichnet durch eine ablehnende Haltung und Unwille. Der Kleinglaube ist vom Wesentlichen abgelenkt durch Alltagssorgen. Aber er schließt weitreichende Glaubensbekenntnisse nicht aus, wie das Bekenntnis des Petrus zeigt, das im nächsten Abschnitt berichtet wird.

Aber beide, Unglaube und Kleinglaube, machen den Fehler, dass sie bereits geschehene Zeichen Gottes nicht zur Kenntnis nehmen und daraus nicht die richtigen Schlüsse für die Gegenwart ziehen.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 01.06.2020 17:58:24