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 Matthäus Vorbereitung auf die Kreuzigung und Lehre der Jünger

Mat 19,13-15 Jesu Wertschätzung der Kinder

Auch dieses Ereignis bringt wieder eine Überraschung für die Jünger, genauso wie das vorhergehende und das folgende.

Was wollten die Eltern damit erreichen, dass sie ihre Kinder zu Jesus brachten?

Folgende Absichten werden erwähnt:

Die Eltern glaubten also zumindest, dass Jesus eine besondere göttliche Autorität besaß und deshalb wirksamen Segen weitergeben konnte. Ob sie sogar glaubten, dass Jesus der Messias ist, bleibt offen. Ihnen war jedenfalls so viel an ihren Kindern gelegen, dass sie sie zu Jesus brachten, damit sie göttlichen Segen und Gebet empfingen, was ihre weitere Entwicklung positiv beeinflussen sollte. Damit sind sie Vorbild für alle christlichen Eltern, die ihre Kinder im Glauben erziehen.

Warum sind die Jünger dagegen eingeschritten?

Jesus war immer sehr beschäftigt, weil viele Menschen etwas von ihm wollten (Mrk 6,31+54-56). Die Jünger assistierten Jesus in manchem und meinten wohl die Funktion von Ordnern innezuhaben. Kinder sahen sie als unwichtig an. Jesus hatte aus ihrer Sicht Wichtigeres zu tun, als sich um Kinder zu kümmern. Daher wollten sie ihn vor einer derartig überflüssigen Inanspruchnahme schützen. Wenn man annimmt, dass Mat 18,1-10 vorher stattgefunden hat, dann hätten sie es allerdings besser wissen und damit rechnen müssen, dass ihr Denken falsch ist.

Was lehrt uns das, was Jesus zu Kindern sagt und tut?

Die Reaktion Jesu ist ein weiteres Mal überraschend und zeigt, dass göttliche Prioritäten oft ganz anders sind, als auch gut gemeinte menschliche (vgl. Jes 55,8-9).

Wie Jesus in Mat 18,1-4 schon ausführlicher gelehrt hat, sind Kinder Vorbilder für die richtige Glaubensgesinnung. Darum dürfen sie nicht verachtet oder geringschätzig behandelt werden (Mat 18,10). Wenn es um die Beziehung zu Gott und seine Segnungen geht, sind sie mit Erwachsenen gleichberechtigt.

Diese seine Lehre unterstreicht Jesus dadurch, wie er mit Kindern umgeht. Obwohl er ein großer Lehrer ist und wenig Zeit hat, nimmt er sich für sie Zeit, empfängt sie und segnet sie (Mrk 10,16). Damit bringt er seine Wertschätzung für sie zum Ausdruck.

Aus der Aussage Jesu: "solcher ist das Himmelreich", die Schlussfolgerung zu ziehen, dass Kinder, die noch nicht bewusst an Jesus glauben können, gerettet sind oder getauft werden sollen, ist nicht gut genug begründet. In Mat 18,1-4 wird deutlich, dass es nicht die Kindheit an sich ist, die die Stellung im Himmelreich bewirkt, sondern die richtige Glaubensgesinnung. Es sind also die Kinder, die zu Jesus geführt werden, diejenigen, denen das Himmelreich offen steht, weil sie die Gelegenheit bekommen, an Jesus zu glauben. Jesus repräsentiert das Himmelreich auf der Erde (vgl. Luk 11,20 / Luk 17,20-21). Mit "solcher ist das Himmelreich" meint Jesus, dass sie genauso berechtigt sind zu ihm zu kommen wie die Erwachsenen.


© Copyright 2020 Roland Hofmann

Fragen und Korrekturen bitte an:

Generiert am 01.06.2020 17:58:25