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 Matthäus Letzte Tage bei und in Jerusalem

Mat 21,1-11 Jesu Einzug in Jerusalem

Mat 21,1-7 Die Erfüllung der Prophzeihung aus Sach 9,9

Jesus als demütiger König

Jesus erfüllt die Prophezeihung aus Sach 9,9 und leiht sich dazu einen Esel. Dabei gibt er in seiner Allwissenheit den Jüngern Anweisungen, wie sie den Esel besorgen können, und seine Vorhersage trifft ein. Es gibt noch weitere derartige exakt zutreffende Vorhersagen Jesu (vgl. Mat 17,27 / Mrk 14,13-16).

Jesus reitet dann auf dem Fohlen (vgl. Mrk 11,7 / Lk 19,35), nicht auf dem ausgewachsenen Muttertier, das ebenfalls mitgebracht wird, vielleicht damit es nicht unruhig wird, wenn ihm sein Fohlen weggenommen wird.

Jesus präsentiert sich damit als außergewöhnlicher König: Er reitet nicht auf einem Pferd (Zeichen der Macht), sondern auf einem Esel (Lasttier der gewöhnlichen Leute), noch dazu auf einem kleinen, der ihm nicht einmal gehört. In Sach 9,9 wird er als demütig bezeichnet (vgl. Mat 11,29).

Schlussfolgerung: Es passt nicht zum Evangelium, sich als Christ, christliche Gemeinde oder christliche Organisation mit Macht und großer Schau zu präsentieren, sondern mit Bescheidenheit und Sanftmut aufzutreten. Das macht auch der Abschnitt über die Bitte der Mutter der Söhne des Zebedäus kurz vorher deutlich (Mat 20,20-28).

Bereitschaft sein Eigentum Gott zur Verfügung zu stellen

Der Besitzer der Esel war offensichtlich sofort bereit, sie dem Herrn zur Verfügung zu stellen, als der Herr sie braucht. Das betonen die anderen Evangelien (Mrk 11,5-6 / Luk 19,33-35).

Schlussfolgerung: Unser Besitz ist uns im Grunde von Gott zur Verfügung gestellt. Daher sollte es selbstverständlich sein, diesen auch ihm zu geben, wenn es erforderlich ist.

Warum zwei Esel?

Nur in Matthäus ist von zwei Eseln (Eselin und ihr Fohlen) die Rede. Die anderen Evangelien erwähnen nur einen.

Es ist aber nicht davon auszugehen, dass in Sach 9,9 tatsächlich zwei Esel gemeint sind. Die zwei Teilsätze "auf einem Esel reitend" und "auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin" bilden einen, in der hebräischen Poesie häufigen, synonym-synthetischen Parallelismus (z. B. sehr oft in den Psalmen und Spüchen), wobei die Aussage des ersten Teils durch den zweiten wiederholt und präzisiert wird. Deswegen fügt die Elberfelder Übersetzung die Worte "und zwar" zwischen den beiden Teilen ein. In einigen Übersetzungen werden die beiden Teilsätze allerdings mit "und" verbunden, was schon eher den Eindruck von zwei Eseln vermittelt.

Möglicherweise erwähnt Matthäus, dem die Prophezeiungen aus dem AT für seine jüdischen Leser immer sehr wichtig sind, das Muttertier um deutlich zu machen, dass Jesus auf dem Fohlen ritt und damit die Prophezeiung von Sach 9,9 exakt erfüllt wurde.

Mat 21,7-12 Die Huldigung durch die Jünger und das Volk

Hosanna ist hebräisch und bedeutet „Rette doch“, „Hilf doch“. Was das Gefolge von Jesus ruft: "Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen, der da kommt im Namen des Herrn!", ist ein Zitat aus Psalm 118,25-26: "Ach, HERR, hilf doch! Ach, HERR, gib doch Gelingen! Gesegnet sei, der kommt im Namen des HERRN. ..."

Mit den Kleidern, Zweigen, "Hosanna", "Gepriesen sei der kommt im Namen des Herrn" und "Sohn Davids" verehren sie Jesus als Messias.

Aber die Auffassungen der Volksmenge von Jesus sind offenbar nicht einheitlich. Einige sehen ihn nur als "Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa", also als jemand aus der unbedeutenden Provinz, von woher der Messias nicht zu erwarten war (vgl. Joh 1,45-46).


© Copyright 2020 Roland Hofmann

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Generiert am 01.06.2020 17:58:25