Mat 24 - 25   Ölbergrede

Mat 24,1-3   Anlass der Ölbergrede: Der Tempel und die Frage der Jünger

Die Ölbergrede Jesu wird auch in Mrk 13,1-37  und Luk 21,5-36  zusammengefasst. Einiges erscheint auch in Luk 17,23-37 .

Nach seiner Anklage an Jerusalem (Mat 23,37-39 ) verlässt Jesus den Tempel endgültig. Kommentatoren sehen hier eine Parallele zu dem Ereignis, als Gott den ersten Tempel vor der endgültigen Zerstörung durch die Babylonier verließ (Hes 8,4-6  / Hes 10,4+18  / Hes 11,21-23 ), besonders auch deshalb, weil dabei die Herrlichkeit des HERRN auf dem Berg östlich der Stadt pausierte (Hes 11,23 ). Das ist der Ölberg, wo Jesus seine Rede hielt.

Beim Verlassen des Tempels blicken die Jünger zurück und staunen über das großartige Gebäude. Der Tempel gehörte damals zu den beeindruckendsten Gebäuden der Welt. Aber genau, wie die Babylonier den ersten Tempel zerstört haben, nachdem der HERR ihn verlassen hatte, werden die Römer auch diesen Tempel zerstören. Jesus sagt hier die Zerstörung 70 n. Chr. vorher. Diesen Schock mussten die Jünger erst einmal verdauen. Erst später, an einem ruhigen Ort auf dem Ölberg außerhalb der Stadt fragen sie ihn dazu. Von dort aus kann man die ganze Stadt und den Tempel überblicken.

Bei der Frage der Jünger handelt sich eigentlich um drei Fragen:

Wann wird der Tempel zerstört?
Was ist das Zeichen deiner Ankunft/Wiederkunft?
Was ist das Zeichen des Endes der Welt(zeit)/des Zeitalters?

Das sind verschiedene Ereignisse, die nicht alle gleichzeitig passieren werden. Die Jünger haben allerdings wahrscheinlich die letzten beiden Fragen auf ein Ereignis bezogen, nämlich wenn Jesus seine Herrschaft antritt und das Zeitalter der Unterdrückung Israels durch Heidenvölker ein Ende hat.

Im weiteren Verlauf des Kapitels 24 geht Jesus möglicherweise nur auf die letzten beiden Fragen ein. Die erste wird deutlich nur in Luk 21,20-24  beantwortet. Dort wird aber auch die Frage der Jünger nur darauf bezogen wiedergegeben: "Wann wird dies denn geschehen, und welches ist das Zeichen dafür, wann dies eintreten wird?" (Luk 21,7 ). Einige Kommentatoren sehen die erste Frage auch in Mat 24,15-22  beantwortet, wo es um den Gräuel, die große Drangsal und die sofort notwendige Flucht in Judäa geht.

Mat 24,4-26   Ereignisse vor der Wiederkunft Christi

Einführung: Endzeitprophetie und Überblick

Bei Prophezeiungen besteht immer die Herausforderung, die verschiedenen Aussagen der Bibel bestimmten Ereignissen zuzuordnen. Das ist besonders bei noch zukünftigen Ereignissen schwierig. Denn an keiner Stelle der Bibel wird der gesamte Ablauf der Endzeit vollständig dargestellt.

Der Begriff "Endzeit" meint hier Ereignisse, die auch für uns noch in der Zukunft liegen, insbesondere solche, die mit der Wiederkunft Christi in Verbindung stehen. Vergleichbare Begriffe können aber in der Bibel unterschiedliche Zeiträume umfassen. Es kommt immer auf den Zusammenhang an. Hier einige Zusammenfassungen von Stellen, wo solche Begriffe vorkommen:

Prophezeiung gegen Gog: Am Ende der Jahre/Tage kommst du nach IsraelHes 38,1-10+16 
Daniel bekommt Visionen über die Zeit des EndesDan 8,17-19 
Dan 11,35-40 
Dan 12,4-9 
Du darfst nun ruhen, wirst aufstehen am Ende der TageDan 12,13 
Was ist das Zeichen für ... das Ende/die Vollendung der Welt(zeit)/des Zeitalters?Mat 24,3 
Evangelium wird gepredigt auf der ganzen Erde; dann wird das Ende kommenMat 24,14 
Wer an Jesus glaubt, den wird er am letzten Tag auferweckenJoh 6,39-44+54 
Joh 11,24 
In letzten Tagen gieße Ich Meinen Geist, Wunder an Himmel und ErdeJoe 3,1-5 
Apg 2,17-21 
Ereignisse der Wüstenwanderung sind Vorbild für uns jetzt, am Ende der Zeitalter1Ko 10,11 
In letzten Tagen schwere Zeit, moralischer Verfall, Verführung; das geht schon los2Ti 3,1-7 
Ihr Reichen, heult über eure Plagen; sammelt Schätze in den letzten TagenJak 5,1-3 
Christus ist am Ende der Zeiten geoffenbart für euch, die ihr durch ihn glaubt1Pt 1,19-21 
In letzten Tagen Spötter: leugnen Jesu Ankunft; doch der Tag des Herrn kommt2Pt 3,1-10 
Es ist letzte Stunde, weil Antichrist dann kommt und schon viele aufgetreten sind1Jh 2,18 
Am Ende der Zeit kommen Spötter: leben gottlose Begierden aus, haben Geist nichtJud 1,17-19 

Zusammenfassen kann man diese Stellen vielleicht so: Die Endzeit hat mit der Zeit der Apostel bereits begonnen. Erste Zeichen davon sind seitdem schon zu sehen. Sie laufen aber auf einen Höhepunkt zu, der eintritt, wenn Jesus wiederkommt.

Folgende endzeitliche Ereignisse werden an verschiedenen Stellen der Bibel erwähnt:

Auferstehung der gestorbenen und Entrückung der lebenden Christen (Joh 14,1-3  / 1Th 4,13-18  / 1Ko 15,51-58 )
Strafgerichte in Form von Katastrophen über die gottlose Menschheit (Jes 24,1-6  / Off 6,1-17  / Off 8,5-13  / Off 9,1-21  / Off 16,1-21 )
Drangsals-/Trübsalszeit (Dan 9,27  / Dan 12,10-12  / Off 7,9-14  / Off 11,2-3  / Off 12,1-14  / Off 13,1-8 )
Sichtbare Wiederkunft Christi mit Macht und Herrlichkeit (Mat 24,27-30  / Mrk 13,26  / Off 19,11-16 )
Gericht über die Christen (1Ko 3,11-15  / 2Ko 5,10  / Röm 14,10-12 )
Gericht vor dem Friedensreich des Christus (Mat 13,41-43  / Off 20,4 )
Friedensreich des Christus (Jes 11,1-10  / Off 20,4-6 )
Letzter Aufstand des Teufels und seine endgültige Bestrafung (1Mo 3,14-15  / Off 20,7-10 )
Letztes Gericht über die Toten und ewige Verdammnis (Joh 5,28-29  / Heb 9,27  / Off 20,11-15 )
Neuer Himmel und neue Erde (Jes 65,17-19  / 2Pt 3,13  / Off 21,1-10 )

Diese Liste ist nicht vollständig. Es gibt weitere prophetische Ereignisse, zu denen es in der Endzeitrede Jesu aber wohl keine Bezüge gibt.

In Mat 24,4-14  geht Jesus zuerst auf die Frage ein, was die Zeichen des Endes der Weltzeit/des Zeitalters sind, d.h. den letzten Teil der Frage der Jünger. Das geht aus Mat 24,6+14  hervor: "... noch nicht das Ende", "..., und dann wird das Ende kommen". Die Ereignisse vor diesem Ende bezeichnet Jesus auch als "Anfang der Wehen" (Mat 24,8 ). Er vergleicht also die Endzeit mit der Schwangerschaft einer Frau. Besondere Schmerzen kündigen den entscheidenden Moment einer Art Neugeburt der Welt an. Folgende "Wehen" nennt Jesus:

Irreführung durch falsche Propheten und falsche Christusse (Mat 24,4-5+11  / Mat 24,23-26 )
Bekanntwerden von Kriegen (Mat 24,6-7 )
Hungersnöte an einigen Orten (Mat 24,7 ), einige Handschriften nennen auch Seuchen
Erdbeben an einigen Orten (Mat 24,7 )
Verfolgung durch alle Völker (Mat 24,9 )
Viele werden "Anstoß" nehmen, einander verraten/ausliefern und hassen (Mat 24,10 )
Gesetzlosigkeit nimmt überhand, Erkaltung der Liebe (Mat 24,12 )
Rettung für die, die durchhalten (Mat 24,13 )
Verkündigung des Evangeliums vom Reich in der ganzen Welt (Mat 24,14 )

Mat 24,4-9   Vorzeichen der Endzeit: Verführung, Krieg, Naturkatastrophen

Mat 24,4-5+11   Religiöse Irreführung: Viele falsche Christusse und Propheten

Das Ende der Weltzeit/des Zeitalters und die Ankunft des Christus verstanden die Jünger offenbar als ein einzelnes Ereignis. Damit würde die Fremdherrschaft enden und Christus sein Friedensreich aufrichten.

Bevor Jesus ihre Frage beantwortet, beginnt er mit einer Warnung. Die Zeit vor seinem Kommen wird durch Irreführung und falsche Christusse geprägt sein, vor denen man sich hüten muss. Diese Warnung spricht er in seiner Endzeitrede mehrmals aus (Mat 24,4-5+11  / Mat 24,23-26 ). Sie ist also sehr wichtig. Die Endzeit ist für viele von besonderem Interesse. Die Erwartung der Endzeit macht für falsche Lehren über die Endzeit empfänglich.

Mat 24,6-8   Anfang der Wehen: Kriege und Naturkatastrophen

Die Irrlehrer benutzen offenbar die Kriege und Naturkatastrophen als Grund, um ein nahes Ende vorherzusagen. Diese Dinge werden zwar geschehen, aber zeigen nicht das nahe Ende an, sondern sind nur der Anfang der Wehen, die zum Ende hinführen (Mat 24,8 ). Deshalb sollen wir uns von solchen Berichten und den darauf bezogenen Irrlehren nicht erschrecken lassen (Mat 24,6 ).

Kommentatoren deuten diesen Abschnitt auch auf die Zeit vor der Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr., z.B.:

»Die Geschichte weiß tatsächlich eine ganze Reihe von schrecklichen Ereignissen vor dem Untergang Jerusalems zu berichten, denn die Aufstände, Erschütterungen, Hungersnöte und andere Plagen, die Jesus hier andeutet, sind vor der Zerstörung Jerusalems keineswegs so unbedeutend gewesen. Man denke an die Blutbäder zu Cäsarea zwischen Syrern und Juden, wobei 20 000 Juden fielen, während in Syrien fast jede Stadt in zwei Heere geteilt war, die wie Todfeinde einander gegenüberstanden. Man denke weiter an das schnelle Aufeinanderfolgen der fünf Kaiser in Rom innerhalb weniger Jahre, an Nero, Galba, Otho, Vitellius, Vespasian, und an die damit verbundenen Unruhen in engeren und weiteren Kreisen; an die Hungersnot unter Claudius (Apg. 11,30) im Jahre 46, an die Erdbeben zur Zeit Neros in Kampanien und Kleinasien, wobei ganze Städte untergingen, namentlich Laodizea und Hierapolis. Im Jahre 63 wurde Pompeji durch ein Erdbeben zerstört. Im Jahre 64 brannte die Hälfte der Millionenstadt Rom nieder. Für jene Zeit ist charakteristisch der Satz des Tacitus: "Ich mache mich an ein Werk, über eine Zeit zu schreiben, die reich ist an Unglücksfällen, blutig durch Schlachten, zerrissen durch Aufstände."« (Wuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Matthäus erklärt von Fritz Rienecker)

Allerdings legt die Formulierung "Ende der Weltzeit/des Zeitalters" in Mat 24,3  nicht nahe, dass damit die Zerstörung Jerusalems und des Tempels gemeint ist. Das Ende des Opfergottesdienstes durch die Zerstörung des Tempels kann man aber als Ende eines Zeitalters deuten.

Einige Kommentatoren deuten Mat 24,6-8  als die erste Hälfte der siebenjährigen Trübsalszeit (gr. thlipsis) und Mat 24,9-26  als die zweite Hälfte. Andere deuten Mat 24,6-14  als die erste Hälfte und Mat 24,15-26  als die zweite Hälfte. Manche sehen den "Anfang der Wehen" (Mat 24,5-8 ) als vor der Trübsalszeit. Dann würde die erste Hälfte erst in Mat 24,9  beginnen, weil dort das erste Mal Drangsal/Trübsal erwähnt wird.

Die Zuordnung ist schwierig, weil nur in Dan 9,27  die besondere "Jahrwoche", d.h. sieben Jahre, erwähnt wird: Nach der Hälfte dieser Zeit werden die gottesdienstlichen Opfer abgeschafft und der "Gräuel der Verwüstung" (Dan 9,27  / Dan 11,31  / Dan 12,11  / Mat 24,15 ) aufgestellt. In der Offenbarung des Johannes kommt mehrmals die Zeitangabe von dreieinhalb Jahren vor, aber keine sieben Jahre, obwohl die Zahl Sieben in der Offenbarung eine große Rolle spielt. Die Stellen in der Offenbarung, die die dreieinhalb Jahre erwähnen, kommen im späteren Teil ab Kapitel 11 vor. Sie stehen offenbar im Zusammenhang mit dem Höhepunkt der Manifestation des Bösen, dem Auftreten der teuflischen Dreieinigkeit in Kapitel 13. Wenn man das in Off 13,11-15  beschriebene Bild des Tieres als den Gräuel in Dan 9,27  deutet, der in der Mitte der letzten Jahrwoche erscheint, dann kann man das als den Beginn der zweiten Hälfte von dreieinhalb Jahren verstehen, die durch eine Steigerung der Juden- und Christenverfolgung gekennzeichnet ist und daher "große Trübsal" (gr. megas thlipsis, Off 7,14  / Mat 24,21-22 ) genannt wird. Ab Mat 24,9  kann man dann jedenfalls die erste Hälfte sehen, weil das Wort "thlipsis" dort erstmals vorkommt.

Die ersten "Wehen" in Mat 24,5-7  haben Ähnlichkeit mit den ersten vier Siegeln, den apokalyptischen Reitern in Off 6,1-8 :

Den ersten Reiter, den Sieger mit dem Siegeskranz, kann man als falschen Christus verstehen (vgl. mit dem richtigen Christus in Off 19,11-21 ).
Der zweite, der den Frieden wegnimmt, korrespondiert mit den Kriegen.
Der dritte, der die Waage hat und für Inflation steht, passt zu den Hungersnöten.
Der vierte, der Tod, fasst alles zusammen. Die Liste der todbringenden Ereignisse ist vielleicht nicht vollständig. Erdbeben werden nicht besonders erwähnt.

Mat 24,9-14   Drangsal, Verfolgung, religiöse Zerwürfnisse

Wann sind diese Ereignisse zeitlich einzuordnen?

Die Einleitung "Hierauf/Dann/Danach" deutet darauf hin, dass die nun angekündigten Ereignisse nach dem "Anfang der Wehen" (Kriege, Katastrophen) und unmittelbar vor dem "Ende" stattfinden werden. Das wird auch in Mat 24,14  angedeutet: "... und dann wird das Ende kommen."

Die hier beschriebenen Ereignisse sind durch das Wort "Drangsal" oder "Trübsal", je nach Übersetzung des Wortes "thlipsis", gekennzeichnet. Diese Drangsal geht danach in eine noch schlimmere Phase über, wie es sie noch nie gegeben hat (ab Mat 24,21 ).

Mat 24,9   Schwere Verfolgung, bei allen Völkern verhasst

Parallelen: Mrk 13,9+13  / Luk 21,12+17  / Off 12,17  / Off 13,1-7  / Off 17,3-6 .

Wegen der Einleitung von Luk 21,12 : "Ehe dies alles geschieht" (gemeint sind die Kriege, Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen in Luk 21,10-11 ) ziehen einige den Schluss, dass es sich dabei um die Christenverfolgungen im ersten Jahrhundert handelt. Das ist in Luk 21,12-19  plausibel. In Luk 21,20-24  beantwortet Jesus auch die Frage der Jünger nach der Zerstörung des Tempels. Die Prophezeiung dort passt zu den Ereignissen der Zerstörung Jerusalems um 70 n.Chr.

Der ganze Zusammenhang in Mat 24,9-30  mit Formulierungen wie "von allen Völkern gehasst", "Evangelium allen Völkern gepredigt", "dann wird das Ende kommen", "Drangsal wie noch keine dagewesen ist", "Sogleich nach der Drangsalszeit ... wird das Zeichen des Menschensohns erscheinen", passen nicht so recht zu den Ereignissen um 70 n. Chr. und sprechen eher dafür dafür, dass Jesus hier Ereignisse meint, die auch für uns noch in der Zukunft liegen.

Es ist also möglich, dass die Ölbergrede Jesu umfassender war. Lukas und Matthäus geben jeweils nur einen Teil davon wieder. Matthäus lässt die Beantwortung der Frage nach der Zerstörung des Tempels weg oder fasst die Ereignisse um die endzeitliche Drangsal und die Zerstörung Jerusalems zusammen.

Mat 24,10   Viele nehmen Anstoß, hassen und liefern einander aus

Parallelen: Mrk 13,12  / Luk 21,16 .

"Anstoß nehmen" deutet darauf hin, dass es sich um Menschen handelt, die ursprünglich dem Glauben positiv gegenüber eingestellt waren, dann aber abgefallen sind, möglicherweise, weil sie selbst verfolgt wurden (vgl. Mat 13,21 ). Sie verraten andere Gläubige an die Verfolger, weil sie im Glauben nicht gefestigt sind und von den Verfolgern bedroht und erpresst werden.

Das geschieht heute in islamischen Ländern, wenn Muslime zum Christentum konvertieren, wo Verfolgung so stark ist, dass jeder Konvertit, der entdeckt wird, mit Entzug seiner Lebensgrundlagen, Folter, um ihn zur Rückkehr zum Islam zu bewegen, oder sogar Ermordung rechnen muss.

"Hassen" muss hier nicht eine echte Feindschaft bedeuten, sondern meint auch schon wenn der andere so wenig wertgeschätzt wird, dass man ihn der Verfolgung preisgibt: Vgl. "hassen" (Luk 14,26 ) = "weniger lieben" (Mat 10,37 ), vgl. Röm 9,13  / Mal 1,2-3 . Das ist auch eine Auswirkung der erkalteten Liebe (Mat 24,12 ).

Mat 24,11   Falsche Propheten in großer Zahl verführen viele

Parallelen: Mrk 13,22  / Apg 20,29-31  / Off 13,11-15 .

Falsche Propheten hat es immer gegeben (vgl. 5Mo 13,2-4  / Jer 23,13-17  / Apg 20,29-30  / Off 2,20 ). Aber in der Endzeit wird es zu einer Steigerung der Aktivität falscher Propheten kommen. Man beachte das jeweils zweifache "viele" in Mat 24,5+11 .

Mat 24,12   Gesetzlosigkeit nimmt überhand, Liebe erkaltet

Parallelen: 2Th 2,2-8  / 2Ti 3,1-5 .

Der moralische Verfall in der Zeit der Drangsal betrifft sowohl die Welt an sich, als auch die religiösen Menschen, die scheinbar gläubig sind, wie die obigen Parallelstellen zeigen.

Mat 24,13-14   Positives in den Wehen: Rettung und Evangeliumsverkündigung

Parallelen: Mrk 13,13  (... wird gerettet werden) / Luk 21,19  (... werdet ihr euer Leben/eure Seelen gewinnen)

Was bedeutet "ausharren"?

Das Ausharren bezieht sich offenbar auf das Durchhalten der Gläubigen in dieser belastenden Situation der Drangsal, indem sie sich durch die falschen Propheten und die Verfolgung weder zum Abfall vom Glauben (Mat 24,10 ) noch zur Unmoral (Mat 24,12 ) verführen lassen. Das "Ende" ist für etliche der Märtyrertod (Off 6,9-11  / Off 13,15  / Off 20,4-6 ), für andere das Ende der Verfolgungssituation, wenn Jesus wiederkommt und die antichristliche Herrschaft beendet (Mat 24,29-31  / Off 19,11-21 ).

Was bedeutet "gerettet werden"?

Die gleiche Formulierung, "wer ausharrt bis ans Ende wird gerettet werden", erscheint auch in Mat 10,22 , ebenfalls im Zusammenhang mit Verfolgung.

Siehe Argumentation dort:Fragen zu Mat 10,16-39

Hier kann sowohl die Rettung aus der beschriebenen, herausfordernden Situation, als auch die Rettung vor Gottes Gericht und Verdammnis gemeint sein (vgl. Off 2,11  / Off 3,5  / Off 3,21  / Off 21,1-7 ). Die gleiche Bedeutung kann auch die Formulierung in Luk 21,19  haben ("euer Leben/eure Seelen gewinnen").

Beides, die Rettung aus der Drangsal und vor der Verdammnis, hängt eng zusammen. Die wahren Gläubigen werden nicht vom Glauben abfallen und gelangen entweder noch zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod in das Friedensreich des Christus (Off 20,4-6 ). Sie werden zwar durch Anfechtungen geprüft, aber im Glauben bewahrt (Mat 24,22  / Joh 10,28-29  / 1Ko 1,8  / 1Pt 1,5-7  / 2Pt 2,9  / Jud 1,24 ). Die anderen lassen sich verführen, fallen ab und werden gerichtet (2Th 2,8-12 ). Wer nicht ausharrt und am Glauben festhält, zeigt damit, dass sein Glaube nicht echt ist. Vgl. Mat 13,20-21  / 1Jh 2,19 /2Ti 3,13  / Heb 6,4-8  / Heb 10,32-39  / Heb 12,25-29 .

Was ist das "Evangelium vom Reich"?

Parallele: Mrk 13,10  (nur Evangelium genannt, aber dessen Inhalt nicht näher spezifiziert)

Es kann sich dabei nur um das Reich Gottes (auch Himmelreich genannt) handeln, das bei Matthäus eine besonders große Rolle spielt. Es dürfte sich dabei um die gleiche Botschaft handeln, die schon durch Johannes den Täufer (Mat 3,1-2 ) und Jesus (Mat 4,17+23  / Mat 9,35  / Mat 10,7 ) verkündigt wurde. Sie besteht in der Ankündigung der Herrschaft des Christus (vgl. Off 19,11-16  / Off 20,4 ), verbunden mit dem Aufruf zur Buße/Umkehr/Bekehrung. Diese Botschaft wird offenbar trotz der Verfolgung in der Drangsal verkündigt und die ganze Welt erreichen. Wenn die menschlichen Zeugen alle mundtot gemacht wurden (Off 11,3-12  / Off 13,7-15 ), wird die Verkündigung des Evangeliums sogar durch Engel fortgesetzt (Off 14,6-12 ).

Das Evangelium vom Reich richtet sich hauptsächlich an Juden, weil sie dieses Reich erwarten. Für die Nichtjuden gilt ein anderer Schwerpunkt. Für sie wird das Evangelium von der Gnade Gottes (Apg 20,24  / Gal 1,6 ) verkündigt.

Mat 24,15-22   Große Drangsal und plötzliche Flucht

Zusammenhang dieses Abschnitts

Nachdem Jesus zunächst den "Anfang der Wehen" beschrieben hat (Mat 24,4-8 ) und danach die "Drangsal" durch Verfolgung und Gesetzlosigkeit (Mat 24,9-14 ), kommt er nun zu einer weiteren Eskalation: Drangsal, wie es noch keine gab.

Diese Phase ist gekennzeichnet durch folgende Ereignisse, die sich speziell auf Judäa beziehen:

Der "Gräuel der Verwüstung" (Dan 9,27  / Dan 11,31  / Dan 12,11 ) wird an heiliger Stätte aufgestellt.
In Judäa ist sofortige Flucht ins Gebirge nötig (vgl. Off 12,1-17 ).
Eine schlimme Drangsalszeit beginnt, wie noch keine seit Anfang der Welt bis jetzt dagewesen ist auch keine wieder kommen wird (vgl. Dan 12,1 ).

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Wer fügt den Einschub "wer das liest, der merke auf!" (Mat 24,15 ) hinzu und worauf bezieht er sich?

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man den Einschub verstehen kann:

1.Er ist Teil der Rede Jesu und bezieht sich dann auf die Prophezeiung Daniels über den Gräuel. Jesus forder dann dazu auf, Daniel sehr aufmerksam zu lesen und ernst zu nehmen.
2.Er ist von Matthäus, der seine Leser auffordert, diesen Abschnitt der Rede Jesu besonders aufmerksam zu lesen.

Eine eindeutige Entscheidung kann man aufgrund des Textes nicht treffen. Der griechische Urtext enthielt keine Satzzeichen oder andere Hinweise. In den grundtextnahen Übersetzungen ist deshalb auch keine Entscheidung für 1. oder 2. zu erkennen. Sie übersetzen in dieser Hinsicht neutral. Manche kommunikative Übersetzungen legen sich aber fest: "Gute Nachricht" und "Hoffnung für alle" drücken es so aus, dass 1. gemeint ist. "Das Buch" legt Variante 2. nahe.

Es ist aber nicht entscheidend, wie man den Einschub versteht. In jedem Fall werden die Leser in Bezug auf den Gräuel zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert. Die Aufstellung des Gräuels ist das Startzeichen für den Beginn der großen Drangsal und Anlass für unverzügliche Flucht.

Was ist der Gräuel der Verwüstung (Mat 24,15 ) und wo wird er aufgestellt?

Ein Gräuel, griechisch "bdelygma", ist etwas Verabscheuungswürdiges. Aus Gottes Sicht ist es alles, was die Verbindung des Menschen zu Gott stört. Dazu gehören alle von Gott verbotenen religiösen Praktiken und Götzen (5Mo 18,9-12  / 1Kg 5,11 ), Heuchelei (Tit 1,16 ), religiöse Rituale ohne echten Glauben und Gehorsam (Spr 28,9  / Jes 1,13-16 ), Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit (Spr 16,5  / Luk 16,15 ).

In Mat 14,15 /Dan 11,31 /Dan 12,11  "steht" dieser Gräuel, bzw. "wird aufgestellt". Dabei handelt es sich demnach um ein Zeichen oder Bildnis das dem Gottesdienst zuwider ist. Der Ort ist "im Heiligtum", bzw. "an heiliger Stätte". Laut Dan 11,31  und Dan 12,11  geschieht die Aufstellung des Gräuels in Verbindung mit der Abschaffung der täglichen Opfer. Wir können also davon ausgehen, dass es sich um den Tempel in Jerusalem handelt. Laut Dan 9,26-27  und Dan 11,29-36  wird ein Fürst, bzw. König die Opfer abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen, um das Volk zum Abfall vom rechten Gottesdienst zu bewegen. Er wird sich gegen Gott überheblich verhalten (vgl. 2Th 2,3-4  / Off 13,1-15 ).

Wann geschieht das und wie lange dauert diese Zeit?

Die Prophezeiung Daniels hat sich bereits einmal erfüllt, als der griechische König Antiochus IV. Epiphanes 168 v. Chr. an einem Sabbat in Jerusalem einfiel, den Tempel in ein Zeus-Heiligtum umwandelte und Schweine auf dem Altar opfern ließ. Jesus kündigt eine weitere Erfüllung dieser Prophezeiung an.

Einige sehen Dan 11,31  / Dan 12,11  in Antiochus Epiphanes erfüllt und Dan 9,26-27  in der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. Im Vorfeld kam es zu innerjüdischen Kämpfen im Tempel, was man als Gräuel verstehen kann. Am Ende zerstörten die Römer alles. Die Juden, die nicht vorher geflohen waren, wurden getötet oder als Sklaven verkauft. Damit endete auch der Gottesdienst im Tempel.

Einige deuten nur Dan 9,26  auf die Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. und Dan 9,27  auf die Zeit um die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Das "Er" in Dan 9,27  bezieht sich bei dieser Deutung nicht auf den Fürsten, sondern auf den Gesalbten in Dan 9,26 . Die Mitte der Jahrwoche ist dann die Kreuzigung Jesu, ab der Tieropfer nicht mehr notwendig sind (vgl. Heb 10,11-18 ). Die Jahrwoche geht vom Beginn der öffentlichen Tätigkeit Jesu bis zur Annahme des Evangeliums durch die ersten Samaritaner und Heiden. Der Bund, den er "stark/schwer" macht, ist der neue Bund (Jer 31,31-34  / Mat 26,28  / Luk 22,20 ). Dass aber in dem Zusammenhang in Dan 9,27  der Gräuel kommt und ein Verwüster, der dann vernichtet wird, passt zu dieser Deutung nicht mehr.

Die Beschreibung in Dan 9,26-27  ist offenbar schwierig zu übersetzen. Die Übersetzungen unterscheiden sich hier sehr. Insbesondere wird der Gräuel nicht explizit aufgestellt, sondern kommt im Zusammenhang mit einem Flügel. Je nachdem, wie man das übersetzt, passt es mehr oder weniger zur Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. Jesus spricht allerdings in Mat 24,15  davon, dass der Gräuel an heiliger Stätte "steht". Das passt dazu nicht so richtig. Außerdem fehlt bei dieser Deutung die Wiederkunft Christi, die in Mat 24,29-30  "unmittelbar"/"sogleich"/"sofort" nach der Drangsalszeit angekündigt wird. In Luk 21,20-24  geht es zwar recht deutlich um die Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. Aber dort wird der Gräuel nicht erwähnt.

Diese Punkte sprechen dafür, dass die Aufstellung des Gräuels und die damit beginnende große Drangsal noch zukünftig ist. Eventuell ist der Gräuel mit dem "Bild des Tieres" in Off 13,11-15  identisch.

Was die Dauer betrifft, so erwähnt Jesus nur, dass die Zeit begrenzt ist und extra verkürzt wird (Mat 24,22 ). Laut Dan 9,27  passiert das Ende des Opfergottesdienstes und der Gräuel in der Mitte einer Jahrwoche. In Dan 12,11  vergehen ab der Abschaffung des Opfers und der Aufstellung des Gräuels 1290, bzw. 1335 Tage, was etwa dreieinhalb Jahren entspricht. Auch in Dan 7,24-26  steht, dass ein letzter König Gewalt gegen Heilige für "eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit" ausüben wird. Die Gotteslästerungen durch das Tier und der Krieg gegen die Heiligen (Off 13,1-10 ) dauern 42 Monate, d.h. ebenfalls dreieinhalb Jahre.

Wer wird so extrem verfolgt, dass unverzügliche Flucht nötig ist? (Mat 24,16-22 ) Wer sind die Auserwählten?

Da hier von Judäa, dem Heiligtum, d.h. dem Tempel, und täglichen Opfern die Rede ist, geht es offenbar vorrangig um Juden (vgl. Off 12,1-16 ). Aber Christen, die sich in Judäa aufhalten, werden genauso betroffen sein (vgl. Off 12,17 ). Es ist natürlich bemerkenswert, dass es aktuell keinen Tempel in Jerusalem und keine regelmäßigen Opfer dort gibt. Bevor der Gräuel kommen kann, müssen also erst wieder solche Opfer eingeführt werden.

Die Auserwählten (Mat 24,22 ) sind laut dem Gleichnis von der königlichen Hochzeit (Mat 22,2-14 ) diejenigen, die das Evangelium angenommen haben, d.h. an Jesus glauben. Diejenigen, die die Einladung ablehnen sind nicht dabei. Es handelt sich also um Christen, die aus Juden oder Nichtjuden stammen können.

Siehe Kommentar zu:Mat 22,1-14 Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl
Was ist in Mat 24,22  mit "gerettet werden" gemeint?

Da die Rettung durch Verkürzung der Zeit ermöglicht wird, kann man wohl annehmen, dass es sich um Rettung vor dem körperlichen Tod handelt. Das Leben der Gläubigen ist durch die Flucht gefährdet und durch den Entzug sämtlicher Lebensgrundlagen, den die Verfolgung mit sich bringt (vgl. Off 13,11-18 ).

Die zeitliche Begrenzung auf dreieinhalb Jahre bedeutet nicht, dass keiner der Auserwählten ums Leben kommt (vgl. Off 6,9-11  / Off 13,15 ). Die Verkürzung sorgt nur dafür, dass nach Ende der dreieinhalb Jahre noch Auserwählte am Leben sind, die bei der Wiederkunft Christi versammelt werden (Mat 24,30-31 ).

Mat 24,23-26   Falsche Christusse und falsche Propheten

In dieser schwierigen Zeit der großen Drangsal gibt es erneut Verführung durch falsche Christusse und falsche Propheten, wie schon zum oder seit dem "Anfang der Wehen" (Mat 24,5 ). Diese haben aber nun noch stärkere Wirkung, weil sie von Zeichen und Wundern begleitet sind (vgl. Off 13,11-15 ). Wahrscheinlich steht diese Eskalation mit dem Rauswurf des Teufels aus dem Himmel (Off 12,7-17 ) im Zusammenhang.

Durch die starke Verfolgung sehnen sich besonders auch die Juden nach ihrem Messias und sind dadurch verführbar. Auch die Auserwählten, die Christen, könnten verführt werden, wenn Jesus sie nicht hier vorgewarnt hätte. Sie müssen Christus nicht aufsuchen. Sein Kommen wird offensichtlich sein. Er wird sie dann zu sich holen lassen (Mat 24,30-31 ). Wenn sie dagegen den falschen Ankündigungen folgen würden, dann würden sie sich der Verfolgung aussetzen. Es wird wohl auch das Ziel dieser Propaganda sein, die Juden und Christen aus ihren Verstecken zu locken, um sie ermorden zu können oder um sie zur Anbetung des falschen Christus zu bewegen, indem sie ihn mit dem richtigen verwechseln. Off 13,1-18  beschreibt die Details der Aktivitäten einer teuflischen Dreieinigkeit: Verführung, Zwang und Verfolgung. Wer standhaft bleibt und den falschen Christus nicht anbetet und sein Zeichen nicht annimmt, wird mit dem Tod bedroht. Deshalb ist für die wahren Gläubigen sofortige Flucht die einzige Option, zumindest, wenn sie in Judäa wohnen (Mat 24,15-18 ).

Mat 24,27-41   Wiederkunft Christi und Sammlung der Auserwählten

Mat 24,27-31   Ereignisse bei der Wiederkunft Christi

Parallelen:Luk 21,25-28 
Mrk 13,24-27 

Folgende Ereignisse nennt Jesus, die mit seiner Wiederkunft verbunden sind:

Die Wiederkunft ist überall sichtbar (Mat 24,27 )
Kosmische Phänomene treten auf: Sonnen- und Mondfinsternis, Sterne fallen vom Himmel, Kräfte des Himmels geraten in Erschütterung (Mat 24,29  / Off 16,15-21 )
Das "Zeichen des Menschensohns" erscheint am Himmel (Mat 24,30 )
Alle Völker klagen (Mat 24,30 )
Jesus kommt auf den Wolken des Himmels mit Herrlichkeit (Mat 24,30 )
Bei Posaunenschall sendet Jesus Engel aus, die seine Auserwählten von der ganzen Erde versammeln (Mat 24,31 )

Einige dieser Punkte werfen Fragen auf:

Mat 24,28   Was bedeutet "Wo das Aas ist, sammeln sich die Geier"

Das griechische Wort "aetos" kann auch Adler bedeuten, wie einige Übersetzungen schreiben. Da Adler aber normalerweise kein Aas fressen, wird hier wohl Geier die bessere Übersetzung sein.

Es gibt folgende Möglichkeiten, diese Metapher zu deuten:

Ebenso, wie die Geier verendete Tiere finden und plötzlich vom Himmel kommen, um sie zu fressen, so kommt auch Jesus vom Himmel auf die Welt, die durch Sünde tot ist (Mat 8,22  / Eph 2,1-3 ). Aas durfte von Juden nicht gegessen werden; es ist unrein (2Mo 22,29  / 3Mo 11,39-40  / 3Mo 17,15-16 ). Wenn Jesus wiederkommt, wird das Gericht über diese unreine, gottlose Welt vollstreckt (Off 19,11-21  / Off 20,4 ). Die Metapher von den Geiern, die plötzlich erscheinen, wenn das Tier tot ist, sagt das Gleiche aus, wie die Metapher vom Blitz, der plötzlich erscheint. Auch der Blitz hat zerstörende Wirkung wie der Geier, der das Aas frisst. Vögel, die Menschen fressen, werden als Gerichtsvollstreckung auch in Off 19,11-18  im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi genannt.
Die Metapher nimmt Bezug auf Mat 24,23-26  und symbolisiert die Menschen, die sich falschen Christi zuwenden und das unreine, ungesunde Aas der falschen Lehre konsumieren, das diese verbreiten. Gegen diese Deutung spricht, dass im Vers vorher (Mat 24,27 ) bereits von der Wiederkunft die Rede ist.
Das Aas ist Israel und die Geier sind die Heidenvölker, die sich gegen Israel versammeln (vgl. Off 16,13-16 ). Eine konkretere Version dieser Deutung ist, dass die Adler die römischen Legionen sind, die 70 n. Chr. Jerusalem zerstörten. Der Adler war das militärische Feldzeichen der Römer. Die Übersetzer, die "Adler" schreiben, gehen wohl von dieser Deutung aus. An dieser Stelle des Textes (schon ab Mat 24,23 ) geht es aber nicht mehr um die Drangsal/Verfolgung (Mat 24,15-22 ), sondern bereits um die Wiederkunft Jesu, die nach der unvergleichlichen, großen Drangsal (Mat 24,29 ) stattfindet. Daher ist diese Deutung abzulehnen.
Darüber hinaus gibt es noch weitere, sehr spekulative Deutungen, die wegen ihrer offensichtlichen Abwegigkeit hier nicht diskutiert werden.
Mat 24,29   Wie sind die kosmischen Ereignisse zu verstehen?

Etliche Kommentatoren deuten die Ereignisse auf verschiedene Weise symbolisch, z.B.:

Sonne, Mond und Sterne repräsentieren die falschen Religionen der Heidenvölker, die Himmelskörper als Götter verehrten. Die Wiederkunft Jesu wird diese falschen Religionen beenden.
Die Verfinsterung symbolisiert den Niedergang und Abfall der Kirche vom wahren Christentum.

Es gibt allerdings aus dem Textzusammenhang keinen Anlass, diesen Vers symbolisch zu verstehen. Die Wiederkunft Jesu ist am Himmel sichtbar (Mat 24,27+30 ). Dann ist es auch naheliegend, dass die Zeichen, die auf seine Wiederkunft hindeuten, es ebenfalls sind. Die Formulierung "die Kräfte der Himmel werden erschüttert" ist eine Zusammenfassung der drei vorher erwähnten Phänomene und hat keine übliche symbolische Anwendung wie diese.

Mat 24,30   Was ist das "Zeichen des Menschensohns"?

Es gibt folgende Deutungen für das "Zeichen des Menschensohns":

Laut Luk 21,27  / Dan 7,13  / Apg 1,9-11  / Off 1,7  kommt der Menschensohn auf einer Wolke, bzw. mit den Wolken des Himmels. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei dem Zeichen des Menschensohns um die Wolkensäule handelt, die im AT die Gegenwart Gottes veranschaulichte: 2Mo 13,21  / 2Mo 40,34-38  / Hes 1,3-4+28  / Hes 10,4-5  / Hes 43,1-5  / 1Ko 10,1 . Auch im NT erschien eine Wolke bei der Verklärung Jesu, aus der Gott sprach: Mat 17,5 .
Beim ersten Kommen Jesu auf die Erde erschien ein besonderer Stern (Mat 2,1-10 ). Vielleicht erscheint ein solcher auch bei seinem zweiten Kommen. Er wäre unübersehbar, weil zuvor der Himmel dunkel wurde (Mat 24,29 ).
Einige verstehen das Erscheinen des Christus insgesamt als das Zeichen. Dieses Zeichen kündigt das Gericht und den Beginn des Reiches Gottes an (vgl. Luk 21,25-31 ).
Mat 24,30   Warum klagen alle Völker und worüber?

Luk 21,25-26  gibt einen Hinweis: Durch die erschreckenden kosmischen Ereignisse im Vorfeld der Wiederkunft Jesu haben sie Angst vor dem, was passiert (vgl. Off 6,12-17 ). In Off 1,7  wird angekündigt, dass alle Geschlechter der Erde klagen, wenn sie Jesus kommen sehen, möglicherweise deshalb, weil sie bei seiner Wiederkunft erkennen, dass sie Jesus und das Evangelium bisher abgelehnt haben, und es nun zu spät zur Umkehr ist.

Die Klage Israels über den Christus, den sie hingerichtet haben (Sach 12,10-14 ) und ihre Bekehrung (Röm 11,25-27 ) könnte damit in Verbindung stehen, aber möglicherweise vorher, schon bei den Vorzeichen der Wiederkunft, stattfinden.

Mat 24,31   Wozu werden die Auserwählten versammelt und was bedeutet die Posaune?

Wie zu Mat 24,22  schon erwähnt, sind die Auserwählten die an Jesus Gläubigen aus Juden und Nichtjuden. Einige Kommentatoren beschränken sie auf Gläubige aus den Juden und sehen hier die Erfüllung mehrerer alttestamentlicher Prophezeiungen (z.B. Jes 11,12  / Jer 31,10-12 ). Es gibt jedoch keinen Grund, nichtjüdische Christen hier auszuschließen, es sei denn man nimmt an, dass es solche zu der Zeit nicht mehr geben wird, weil die Entrückung (1Th 4,13-17  / 1Ko 15,51-53 ) vorher stattfindet. Aber auch dann kommen während der Zeit noch Nichtjuden zum Glauben (Off 7,9-14 ). Wenn man davon ausgeht, dass es bei der Wiederkunft Jesu keine solchen Christen mehr geben wird, müssen sie alle, ohne Ausnahme, vorher ermordet werden (Off 13,7-15 ). Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die "große Drangsal" aus Off 7,14  nicht identisch ist mit der in Mat 24,21 .

Nach der Wiederkunft Jesu findet die Vollstreckung des Gerichts statt (Mat 25,31-46  / Off 20,4 ). Deshalb werden die Auserwählen und die Ungläubigen zu diesem Zweck getrennt (vgl. Mat 25,31-33  / Mat 13,24-30+36-43  / Mat 13,47-49 ). Das wird detailliert in Mat 24,37-41  beschrieben.

Die Posaune/Trompete war das Signalinstrument zur Versammlung des Volkes oder der Mobilmachung des Heeres und zur Ausrufung von Festtagen (4Mo 10,1-10 ). Bei der Erscheinung Gottes am Sinai trat ein lauter Posaunenton auf (2Mo 19,16-19 ). Auch im Zusammenhang mit der Entrückung, d.h. der Erscheinung Christi, erwähnt Paulus eine Posaune (1Th 4,16  / 1Ko 15,52 ). Hier signalisiert sie die Versammlung der Auserwählten und die Erscheinung Christi gleichzeitig.

Mat 24,32-36   Zeitpunkt der Wiederkunft Christi

Parallelen:Luk 21,28-33 
Mrk 13,28-32 

Die Wiederkunft Jesu geschieht auf jeden Fall nach der angekündigten Drangsal (Mat 24,15-22 ), wie Jesus in Mat 24,29  deutlich sagt. Aber wann ist das zu erwarten?

Mat 24,32-33   Woran kann man die nahende Wiederkunft erkennen?

Das Gleichnis vom Feigenbaum weist auf eine langsame Entwicklung zum Ende hin. Es zeigt an, dass das Ereignis nahe kommt, aber erlaubt nicht abzulesen wann genau es eintritt. Die Formulierung "wenn ihr dies alles seht" kann sich auf alles beziehen, was Jesus in Mat 24,4-26  erwähnt. Die konkreteren Zeichen sind aber sicher die schweren Drangsale für die Auserwählen (Mat 24,9 ), die falschen Propheten und falschen Christusse in großer Zahl (Mat 24,11 ), die Wunder tun (Mat 24,24 ), und besonders der Gräuel der Verwüstung (Mat 24,15 ) und die nie dagewesene Drangsal (Mat 24,21 ). Von der Aufstellung des Gräuels der Verwüstung sind es noch etwa dreieinhalb Jahre (Dan 12,11-12 ).

Mat 24,34   Was ist "dieses Geschlecht", bzw. "diese Generation"?

Das griechische Wort "genea" bedeutet entweder Menschen, die in der gleichen Zeit geboren wurden (Generation, Zeitgenossen) oder die durch gemeinsame Abstammung verbunden sind (Sippe, Stamm, Volk). Deshalb wird das Wort meist mit "Generation" oder "Geschlecht" übersetzt.

Da die Wiederkunft Jesu nach der Aufstellung des Gräuels und der großen Drangsal stattfindet, die beispiellos ist, ist sie auch für uns noch zukünftig. Daher können die Zeitgenossen Jesu nicht gemeint sein, und die Übersetzung "Generation" ist irreführend. Entsprechend schreiben auch die meisten Übersetzungen "Geschlecht". Fast immer, wenn Jesus das Wort gebraucht, meint er die sündigen Menschen (z.B. Mat 11,16-19  / Mat 12,39-45  / Mat 16,4  / Mat 17,17  / Mat 23,34-36 ).

Entsprechend sind die Deutungen, die zum Kontext passen:

Die gottlose Menschheit. Die Gottlosigkeit wird so lange andauern, bis Jesus wiederkommt: Dafür spricht die große Menge der Erwähnungen des Wortes "genea" in dieser Bedeutung (s.o.). Dagegen spricht, dass der Bezug zum moralischen Verfall im Text weiter zurück liegt (Mat 24,7-12 ).
Die Generation, die die Drangsal (Mat 24,9-22 ) miterlebt: Die Formulierung "Sogleich/unmittelbar nach jener Drangsal" in Mat 24,29  macht es unnötig, dass die Kürze des Zeitraums von der Drangsal bis zur Wiederkunft Jesu durch "diese Generation wird nicht vergehen" nochmals erwähnt werden muss. Daher ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass Jesus diese Formulierung so gemeint hat.
Das Volk Israel/die Juden: Jesus redet in Israel zu jüdischen Jüngern. Kurz vorher hat er davon gesprochen, dass der Höhepunkt der großen Drangsal in Judäa stattfindet (Mat 24,15-24 ). Es ist deshalb plausibel, dass Jesus mit "dieses Geschlecht wird nicht vergehen", die Jünger ermutigen will. Es ist tatsächlich ein Wunder, dass die Juden immer noch als Volk vorhanden sind, obwohl sie so oft zerstreut und verjagt wurden, und versucht wurde sie als Volk zu vernichten. Sie werden als Volk auch die große Drangsal überstehen.
Mat 24,36   Ist diese Unwissenheit Jesu nicht ein Widerspruch zu Mat 24,33 ?

In Mat 24,32-33  gibt Jesus einen Hinweis, woran man erkennen kann, dass seine Wiederkunft nahe ist. Aber an diesen Zeichen kann man keinen genauen Tag ablesen. In Dan 12,11-12  werden zwar genaue Zahlen von Tagen genannt, aber es bleibt offen, was nach den 1290 Tagen und bis zu den 1335 Tagen geschieht, außer dass "Ausharren" oder "Durchhalten" in der Zeit nötig ist. In Mat 24,26  spricht Jesus auch explizit von "Tag" und "Stunde", die nicht bekannt gegeben werden. Zwar werden diese Begriffe oft auch allgemein für größere Zeiträume verwendet, aber in diesem Zusammenhang ist offensichtlich der genaue Zeitpunkt gemeint. Auch kurz vor der Himmelfahrt fragen die Jünger Jesus nach dem Zeitpunkt, wann er sein messianisches Königreich aufrichtet, aber er weist sie darauf hin, dass sie nicht berechtigt sind, die Zeit zu wissen (Apg 1,6-7 ).

Mat 24,36   Ist Jesus nicht allwissend? Ist das nicht ein Widerspruch zur Göttlichkeit Jesu?

Der Satzteil "auch der Sohn nicht" ist nicht in allen Handschriften enthalten. In Mrk 13,32  allerdings ist "auch der Sohn nicht" enthalten, und dort ist die Stelle einheitlich überliefert. Die Mehrheit der Übersetzungen hat sich vielleicht deshalb entschieden das "auch der Sohn nicht" mit aufzunehmen. Außerdem deutet "nur der Vater" auch dann darauf hin, dass der Sohn ausgeschlossen ist, wenn "auch der Sohn nicht" fehlt.

Die Gottessohnschaft Jesu ist sehr komplex und vielschichtig. Aus Stellen, die die Einheit des Vaters und des Sohnes betonen, darf man deshalb nicht schließen, dass es keine Unterschiede zwischen beiden gibt. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass es Unterschiede geben kann zwischen dem Aufenthalt Jesu auf der Erde und seiner Zeit davor und danach (vgl. Php 2,6-11 ). Bei seiner Menschwerdung hat Jesus sich in vieler Hinsicht beschränkt und in besonderer Weise vom Vater abhängig gemacht (vgl. Joh 5,19-20  / Joh 6,38 ).

Hier zur Vertiefung einige Sammlungen von Bibelstellen, die mit dem Thema zu tun haben:

Jesu Gottheit: http://www.ro-ho.de/thempfad/cnt_A02_Jesus_Christ_2900.html#A31
Jesus als Vermittler zu Gott: http://www.ro-ho.de/thempfad/cnt_A02_Jesus_Christ_2900.html#A36
Verhältnis zwischen Gott Vater und Sohn: http://www.ro-ho.de/thempfad/cnt_A02_Jesus_Christ_2900.html#A38

Mat 24,37-41   Details zur Sammlung der Auserwählten

Beziehung zwischen Zeitpunkt der Wiederkunft und Sammlung der Auserwählten

Jesus schließt nach der Erörterung des Zeitpunkts seiner Wiederkunft nun an Mat 24,31  an und beschreibt die darauf folgende Sammlung der Auserwählten genauer.

Diese beiden Aspekte, der überraschende Zeitpunkt und die Sammlung der Auserwählten, hängen eng zusammen: Weil der Zeitpunkt der Wiederkunft nicht genau bekannt ist, kommt sie überraschend. Um das zu illustrieren, vergleicht Jesus es mit der Sintflut (1Mo 6,5-22 ), die sich zwar durch den offensichtlichen Bau der Arche ankündigte (vgl. 2Pt 2,5 ), aber an die die meisten Menschen nicht glaubten. Sie führten ihr normales Leben (Essen, Trinken, Heiraten, tägliche Arbeit) weiter und wurden vom Strafgericht überrascht. Ebenso wird die Wiederkunft Jesu durch den "Anfang der Wehen", die falschen Christi und die Drangsal angekündigt und kommt dann aber trotzdem überraschend für die, die nicht an Jesus glauben.

Entsprechend sind die Auserwählten diejenigen, die mitgenommen werden, während die, die bleiben, ins Gericht kommen. Wie zu Mat 24,22  schon erwähnt, sind die Auserwählten die an Jesus Gläubigen aus Juden und Nichtjuden. Einige Kommentatoren gehen vom Gegenteil aus: Die weggenommen werden sind diejenigen, die ins Gericht kommen. Die bleiben sind die, die ins Reich Gottes kommen (vgl. Luk 21,27-31 ). Diese Auffassung widerspricht aber dem Ausdruck der Sammlung der Auserwählten (Mat 24,31 ) und dem Vergleich mit der Sintflut, wo die, die bleiben, ins Gericht kommen. Das Wort für "mitnehmen" (griechisch "paralambano") kann folgende Bedeutungen haben: beiseite nehmen, zu sich nehmen (so in Joh 14,3 ), mitnehmen, übernehmen, empfangen, in Empfang nehmen, willkommen heißen.

Wird in Mat 24,40-41  die Entrückung (1Th 4,13-17 ) beschrieben?

Wenn man das annimmt, dann sind die sichtbare Wiederkunft Jesu (Mat 24,30-41 ) und die Entrückung (1Th 4,13-17  / 1Th 5,1-10 ) das gleiche Ereignis, bzw. die Entrückung folgt direkt auf die sichtbare Wiederkunft.

Folgende Übereinstimmungen zwischen Mat 24,31+40-41  und 1Th 4,13-17  sprechen dafür, dass die Entrückung bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu geschieht:

Das gleiche Wort "parousia" (Ankunft) wird in Mat 24,37+39  und 1Th 4,15  / 2Th 2,1+8  benutzt. Es gibt daher keinen Anlass zwei Wiederkünfte, eine für die Welt unsichtbare nur für die Gläubigen und eine für alle sichtbare anzunehmen.
Vor der Ankunft Jesu und der Sammlung der Auserwählten, bzw. Entrückung kommt die Entweihung des Tempels (Mat 24,15+21+29-31  / 2Th 2,1-4 )
Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt und überraschend wie ein Dieb (Mat 24,36-44  / 1Th 5,1-4  / Off 16,15 )
Ein Posaunenton kündigt das Ereignis an (Mat 24,31  / 1Th 4,16  / 1Ko 15,51-52 ). Man kann sogar die letzte Posaune in 1Ko 15,52  mit der siebten Posaune in Off 11,15  gleich setzen, wo dieses Ereignis die Proklamation der Königsherrschaft Christi auslöst.
Engel sind beteiligt (Mat 24,31 /1Th 4,16 )
Die an Jesus Gläubigen werden weggenommen, Jesus entgegen (Mat 24,31+40-41  / 1Th 4,17 )
Die an Jesus Gläubigen werden bis dahin zur Wachsamkeit und Bereitschaft aufgefordert (Mat 24,42-44  / 1Th 5,6-11 )
Für die Zurückgebliebenen beginnt das Gericht (Mat 24,37-39  / Mat 25,31-36  / 1Th 5,3-5 )
Die Auferstehung der gestorbenen Christen, die Verwandlung der lebenden und die Wiederkunft Jesu stehen in direktem Zusammenhang (1Th 4,13-17  / 1Ko 15,20-23  verbunden mit 1Ko 15,50-53 ). In Mat 24,31  fehlt zwar die explizite Erwähnung der Auferstehung, aber sie ist auch nicht ausgeschlossen. In Off 20,4  ist die Auferstehung mit mehreren aufeinanderfolgenden Ereignissen, die mit "dann" eingeleitet werden, mit der Wiederkunft Jesu in Off 19,11-16  verbunden. Diese Auferstehung wird die erste genannt. Allerdings auferstehen in Off 20,4  nur Märtyrer, während in 1Th 4,16-17  die Toten "in Christus" (d.h. wohl alle bis dahin gestorbenen Christen) auferstehen. Die zweite Auferstehung nach Off 20,4  geschieht in Off 20,11-15  beim Gericht vor dem Thron. Ordinalzahlen können allerdings immer in den jeweils beschriebenen Ereignissen des jeweiligen Bibelbuchs verankert sein. Deshalb schließt Off 20,4  nicht aus, dass 1Th 4,16-17  und damit auch die Entrückung vorher stattfindet.

Folgende Aspekte sprechen dafür, dass die Entrückung (1Th 4,13-17 ) vor der sichtbaren Wiederkunft geschieht:

Die Drangsalszeit ist gleichzeitig ein Zorngericht über die gottlose Welt (Off 16,1-21 ). Wenn die Entrückung erst danach, bei der Wiederkunft geschehen würde, wären die Gläubigen davon betroffen. Laut 1Th 1,10  / 1Th 5,9  / Röm 5,9  sind die Gläubigen aber nicht für das Zorngericht bestimmt und werden davor gerettet. Vgl. auch Off 3,10-11 . Als Gegenargument dazu könnte man 1Pt 4,16-18  ansehen. Allerdings geht es dort nicht um von Gott herbeigeführte globale Katastrophen, sondern um die von Gott zugelassene Verfolgung von Gläubigen.
Der Zeitpunkt der sichtbaren Wiederkunft Jesu kann bestimmt werden, denn er findet dreieinhalb Jahre nach der Aufstellung des Gräuels der Verwüstung und der Abschaffung der Opfer statt. Vorher jedoch müssen die Opfer erst wieder eingeführt werden. Das würde bedeuten, dass Jesus aktuell noch nicht wiederkommen kann, da die Voraussetzungen dafür noch nicht eingetreten sind. Der Zeitpunkt der Entrückung jedoch ist unbekannt und kann jederzeit stattfinden (Mat 24,42-44  / 1Th 5,1-6 ). Sogar die Apostel haben schon zu ihren Lebzeiten damit gerechnet (1Th 4,15-17 ). Daher können die sichtbare Wiederkunft und die Entrückung nicht gleichzeitig sein. Diese Auffassung geht davon aus, dass der Ausdruck "von jenem Tag und jener Stunde" in Mat 24,36  allgemein eine unbekannte Zeit bezeichnet, nicht nur den unbekannten genauen Tag. Das bedeutet, dass diese Angabe und die ganzen Ermahnungen zur Wachsamkeit in Mat 25,1-30  sich nur auf die Entrückung in Mat 24,38-41  beziehen, nicht auf die sichtbare Wiederkunft in Mat 24,29-30 . Diese beiden Ereignisse muss man dann zeitlich getrennt verstehen, was der Reihenfolge der Beschreibung von Wiederkunft und Sammlung in Mat 24,23-44  und dem Eindruck beim Lesen widerspricht. Um dieses Problem zu umgehen wird auch die Auffassung vertreten, dass es bei der sichtbaren Wiederkunft zu einer zweiten Entrückung kommt oder zu einer Wegnahme der Ungläubigen zum Gericht, während die Auserwählten bleiben zum Reich Gottes (Luk 21,27-31 ).
Das unbeschwerte Leben, das in Mat 24,37-39  beschrieben wird, steht im Kontrast zu den furchterregenden Ereignissen im Vorfeld der sichtbaren Wiederkunft (Mat 24,29-30 ). Deshalb muss es sich um zwei verschiedene Zeitpunkte handeln.
In Luk 21,36  fordert Jesus zu Wachsamkeit und Gebet auf, damit die Jünger "Kraft haben/imstande sind/gewürdigt werden, allem, was kommen soll, zu entrinnen/entfliehen und vor dem Menschensohn hinzutreten". Das, wovor sie entrinnen können, sind die fürchterlichen Ereignisse vor der Wiederkunft (Luk 21,25-26 ). Das Entrinnen kann nur durch die vorherige Entrückung geschehen. Allerdings wird die große Drangsal, die mit der Aufstellung des Gräuels beginnt, in Luk 21,5-28  nicht explizit erwähnt! Das alles, dem sie entrinnen können, könnte also auch das Gericht bei der sichtbaren Wiederkunft sein.

Mat 24,42 - 25,30   Gleichnisse zur Vorbereitung auf die Wiederkunft

Mat 24,42-44   Gleichnis vom Hausherrn und Einbrecher

Parallele:Luk 12,39-40 
Welche Aspekte umfasst das Bild vom Einbrecher?
Unerwartet
Er versucht verborgen zu bleiben
Verlust von Eigentum
Überraschender Einbruch kann verhindert werden, wenn Hausbewohner nicht schlafen

Normalerweise kommt es bei biblischen Gleichnissen nur auf einen einzigen Aspekt an, der damit verdeutlicht werden soll. Allegorien, bei denen mehrere Aspekte in die reale Welt übertragen werden müssen, sind die Ausnahme.

Welchen Aspekt aus der realen Welt will Jesus betonen?

Jesus hat vorher deutlich gemacht, dass seine Ankunft nicht verborgen stattfinden, sondern überall sichtbar sein wird (Mat 24,27-30 ). Auch wenn er dann seine Auserwählten abholt (Mat 24,31+37-41 ), ist das kaum mit einem Schaden oder Eigentumsverlust durch einen Einbrecher zu vergleichen. Die Ankunft Jesu kann auch nicht verhindert oder verzögert werden, da er mit großer Macht kommt (Mat 24,30 ).

Die Aspekte, die Jesus selbst explizit nennt, sind Wachsamkeit (Mat 24,42 ) und Bereitschaft (Mat 24,44 ). Der Hausherr passt auf, ob verdächtige Geräusche oder Lampen im Umfeld seines Hauses nachts auftreten. Er ist bereit, wenn das passiert, nachzusehen und mit hellem Licht und Waffen den Einbrecher zu enttarnen und zu verjagen. Nur die Wachsamkeit und Bereitschaft aus der Metapher ist relevant.

Worauf sollen Jesu Jünger wachen und wozu sollen sie bereit sein?

Jesus kommt für alle sichtbar und mit großer Macht und Herrlichkeit (Mat 24,30 ). Daher kann es nicht darum gehen, seine Ankunft zu verhindern oder ihn zu verjagen. Außerdem ist ja seine Ankunft für seine Jünger ein freudiges Ereignis (Erlösung und Reich Gottes: Luk 21,28-31 ; Hochzeitsfest: Mat 25,10 ; Freudenmahl: Mat 25,21+23 ).

Was Jesus mit wachen und bereit sein meint, erklärt er in den folgenden Gleichnissen von den Knechten und den Brautjungfrauen.

Weitere Hinweise finden sich in Luk 21,34+36 :

In Luk 21,34  fordert Jesus dazu auf, darauf zu achten, die Herzen nicht durch Schlemmerei, Trunkenheit und alltägliche Sorgen des Lebens zu beschweren.
In Luk 21,36  fordert er die Jünger außerdem dazu auf, wachsam zu sein und darum zu beten, dass sie Kraft empfangen, allem zu entrinnen und vor ihn hinzutreten.

Mat 24,45-51   Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht

Parallelen:Luk 12,41-48 
Mrk 13,33-37 
Wer sind die Knechte?

Das Gleichnis von den Knechten beginnt Jesus mit einer rhetorischen Frage. In Luk 12,41  wird noch hinzugefügt, dass Petrus vorher eine Frage gestellt hat: "Sagst du dieses Gleichnis nur für uns oder auch für alle anderen?"

Mit der Metapher vom Knecht, der als Haushalter seines Herrn während dessen Abwesenheit seine Aufträge ausführt, macht Jesus klar, dass er seine Jünger und damit auch alle Christen meint. Sie sind diejenigen, die eine Beziehung zu Jesus als ihrem Herrn haben (vgl. Mat 10,23-25  / Luk 16,13  / Luk 17,7-10  / Röm 6,18-22 ).

Jesus benutzt das Bild eines Knechtes, der Verantwortung für andere Knechte hat. Damit betont er wohl besonders die zwölf Apostel (vgl. Mat 13,52  / Apg 2,41-42  / Apg 6,1-4 ) und alle anderen, die als geistliche Leiter Verantwortung für andere Gläubige tragen. Aber es könnte auch sein, dass die Deutung dieses Aspekts des Gleichnisses bereits zu weit geht und eine solche Einschränkung des Kreises der betroffenen Personen nicht Jesu Absicht ist. Außerdem hat in der christlichen Gemeinde jeder für jeden eine gewisse Verantwortung (1Pt 4,10 ).

Worin bestehen Wachsamkeit und Bereitschaft und das Versagen dabei?

Der gute Knecht ist treu und klug (Mat 24,45 ): Treu ist er darin, dass er die Erwartungen des Herrn Jesus erfüllt und das tut, was Jesus erwartet, egal wie lange es noch dauert, bis er wiederkommt. Seine Klugheit besteht darin, dass er die Entscheidung getroffen hat, so zu handeln, weil er weiß, dass Jesus irgendwann kommt, und dass sein Handeln dann bewertet werden wird (vgl. Mat 7,24-27 ). Seine Wachsamkeit besteht darin, darauf zu achten, dass er tut, was der Herr erwartet. Dadurch ist er jederzeit bereit für dessen Wiederkunft, und muss sich nicht extra darauf vorbereiten.

Der schlechte Knecht missbraucht die Abwesenheit seines Herrn dazu, vermeintlich unbemerkt zu tun, was dem Herrn nicht gefällt und seinem Egoismus freien Lauf zu lassen. Nicht nur erfüllt er seine Aufgaben nicht, sondern wird lieblos, gewalttätig und unmoralisch. Jesus nennt ihn dann Heuchler. Ein solcher Mensch ist gar kein echter Jünger, sondern hat nur so getan, solange er unter Beobachtung war. Er war somit kein echter Christ. In Luk 12,46  gehört er zu den Ungläubigen.

Deshalb landet er bei der Wiederkunft Jesu auch dort, wo "Weinen und Zähneknirschen" ist. Das ist der Ort der Finsternis, außerhalb des Himmelreichs (Mat 8,11-12 ). Dorthin kommen die Söhne des Bösen, die gesetzlos leben, das "Unkraut", das in den Feuerofen geworfen wird (Mat 13,37-42+49-50 ). Im Gleichnis von der königlichen Hochzeit kommt der Mann ohne festliches Gewand in die äußere Finsternis (Mat 22,11-13 ). Auch der unnütze Knecht, der das Talent nicht angelegt hat, kommt dorthin (s.u. Gleichnis von den anvertrauten Talenten: Mat 25,24-30 ). Im Markusevangelium kommt der Begriff "Weinen und Zähneknirschen" nicht vor. Bei Lukas landen dort die, die nicht durch die enge Pforte gegangen sind, die der Herr Jesus nicht kennt, die in Ungerechtigkeit leben und vom Reich Gottes ausgeschlossen sind (Luk 13,23-28 ).

Mat 25,1-13   Gleichnis von den zehn Jungfrauen

Parallele: Luk 12,35-36  (nur Hochzeit und Lampen, aber keine Jungfrauen)

Historisch-kultureller Hintergrund

Hier die Erläuterung aus: Wuppertaler Studienbibel, "Das Evangelium des Matthäus erklärt von Fritz Rienecker", R.Bockhaus Verlag:

Wegen der Hitze wird die Hochzeit im Orient erst am Abend gefeiert. Die Braut erwartet in ihrem elterlichen Hause den Bräutigam, der sie "heimholen" wird in sein Haus. Mit der Braut zusammen warten die Brautjungfern auf das Kommen des Bräutigams. Sobald gemeldet wird, daß der Bräutigam mit seinem Gefolge sich dem Dorfe oder Hause der Braut nähert, haben die Brautjungfern die Aufgabe, dem Bräutigam entgegenzugehen. Weil dieses Entgegengehen der Brautjungfern erst am Abend sein wird, darum müssen sie Stocklampen bei sich haben. Diese Stocklampen sind anders als die Lampen, die man im Hause verwendet. (Mt 5,15 ). Stocklampen benutzt man im Freien. Da diese sehr klein sind, bedarf ihr Öl öfters der Ergänzung, weshalb die Jungfrauen Gefäße mit Öl mitnehmen müssen, damit sie, wenn sie die während ihres Schlafes mattgewordenen Lampen "in Ordnung bringen" (V 7), d. h. von den verkohlten Teilen des Dochtes befreien, das nötige Öl zugießen können. Die flaschenähnlichen Krüge mit Griff waren die Gefäße, in denen die klugen Jungfrauen Öl für ihre Lampen mitnahmen. (Gustav Dalman.)

Beobachtungen

Die Kernaussage dieses Gleichnisses fasst Jesus in Mat 25,13  zusammen: "Darum seid wachsam, ...". Es geht weiterhin, wie schon im vorangehenden Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht um die Wachsamkeit und Bereitschaft für die Wiederkunft Jesu (Mat 24,42+44 ).

Alle Jungfrauen schlafen ein. Jesus macht ihnen das nicht zum Vorwurf. Die Klugheit besteht nicht darin, dass sie nicht einschlafen, sondern dass sie ausreichend Öl dabei haben, um sofort nach dem Aufwachen startklar zu sein. Der Schwerpunkt liegt hier also nicht auf dem Wachen, sondern auf der Bereitschaft.

Die törichten Jungfrauen werden aufgrund ihrer fehlenden Bereitschaft endgültig von der Hochzeitsfeier ausgeschlossen.

Deutung

Die Zahl Zehn ist die Zahl der Vollständigkeit. Daraus lässt sich schließen, dass es im Himmelreich keine weiteren "Jungfrauen" mit anderen Eigenschaften mehr gibt. Alle sind entweder klug oder töricht.

Ob man auch die Zahl Fünf, bzw. die Gleichzahl der Klugen und Törichten deuten kann, ist fraglich. Aber den Schluss zu ziehen, dass die Törichten zahlreich sind, ist wohl angemessen.

Außer dem Kerngedanken weitere Details bei Gleichnissen auszulegen ist normalerweise nicht sachgemäß. Beispielsweise wird oft das Öl als der Heilige Geist gedeutet (vgl. Sach 4,1-6  / 1Sa 10,1-6  / 1Sa 16,13  / 1Jh 2,20+27 ). Alle echten Christen haben den Heiligen Geist (Eph 1,13-14  / Röm 8,9-17 ). Der Heilige Geist verlässt einen Menschen nicht wieder (Joh 14,16-17  / 1Jh 2,27 ). Es gibt nirgendwo eine Andeutung, dass wir darauf achten müssen, dass der Geist uns nicht verlässt oder dass wir "genug" davon haben. Die Deutung des Öls als Heiliger Geist ist auch insofern problematisch, als die Törichten ja Öl in ihren Lampen haben. Sie haben nur kein Nachfüllgefäß dabei. Daraus müsste man den Schluss ziehen, dass der Heilige Geist ausgehen kann, was aber der Lehre des NT zum Heiligen Geist widerspricht, wie soeben anhand einiger Bibelstellen gezeigt. Aber wenn man die Deutung des Öls in den Nachfüllgefäßen als den Heiligen Geist annimmt und berücksichtigt, dass der Heilige Geist echte Christen nicht wieder verlässt, dann muss man den Schluss ziehen, dass die Törichten keine echten Christen sind.

Die Tatsache, dass die Törichten von der Hochzeitsfeier ausgeschlossen werden und der Bräutigam sie nicht kennt (Mat 25,12 ; vgl. Mat 7,21-23 ), unterstützt die Annahme, dass die Törichten nur äußerlich, aber nicht in Wahrheit Christen sind. Dies ist auch unabhängig davon, ob man das Öl gesondert deutet. Die Deutung der Nachfüllgefäße als Heiligen Geist passt aber dazu.

Alle zehn Jungfrauen werden dem Himmelreich zugeordnet (Mat 25,1 ). Das bedeutet aber nicht, dass alle echte Christen sind. Auch im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen sind "Söhne des Bösen" auf dem Acker des Himmelreichs (Mat 13,24-42 ). Im Gleichnis vom Himmelreich als Fischnetz gibt es faule Fische, die weggeworfen werden und im Feuerofen landen, wo Weinen und Zähneknischen sein wird (Mat 13,47-50 ).

Das Bild von Jesus als dem kommenden Bräutigam, mit dem diejenigen gehen, die seine Ankunft erwarten und darauf vorbereitet sind, ist besonders nah an der Beschreibung der Wiederkunft Jesu in Mat 24,30-41 . Auch in Off 19,6-14  wird im Zusammenhang mit der Wiederkunft von einem Hochzeitsmahl gesprochen.

Mat 25,14-30   Gleichnis von den anvertrauten Talenten

Parallele:Luk 19,11-27 
Beobachtungen

Dieses Gleichnis hat Ähnlichkeit mit dem ersten Gleichnis zur Wiederkunft Jesu in Mat 24,45-51 . In beiden Gleichnissen vergleicht sich Jesus mit einem wohlhabenden Herrn, der längere Zeit verreist und von seinen Knechten erwartet, dass sie in seiner Abwesenheit ihre Aufgaben erfüllen. Bei der Wiederkunft wird ihr Tun bewertet. In beiden Gleichnissen gibt es gute und böse Knechte. In beiden landet der böse Knecht am Ende dort wo Weinen und Zähneknirschen sein wird, während die guten Knechte belohnt werden.

In folgenden Punkten unterscheiden sich die Gleichnisse:

Es geht hier nicht um das Verhalten der Knechte innerhalb des Hauses des Herrn, sondern um Geschäftstätigkeit in der Welt außerhalb im Auftrag des Herrn.
Die Knechte bekommen Verantwortung zum Handeln mit dem Vermögen des Herrn entsprechend ihrer Fähigkeiten.
Die guten Knechte erwirtschaften entsprechend ihrer Fähigkeiten und dem anvertrauten Vermögen unterschiedliche Gewinne, aber bekommen das gleiche Lob.
Der böse Knecht hat ein gestörtes Verhältnis zum Herrn. Er macht ihm unberechtigte Vorwürfe und hat Furcht. Außerdem handelt er unlogisch. Er wendet sogar die einfachste Methode das Geld zu vermehren nicht an, für die er noch nicht einmal hätte arbeiten müssen.
Deutung

Die Grundaussage des Gleichnisses ist weiterhin die Aufforderung wachsam und bereit zu sein (Mat 24,42+44 ). Hier liegt der Schwerpunkt darauf, jederzeit im Auftrag des Herrn zu handeln. Die Knechte handeln im Auftrag des Herrn und führen seine Arbeit als Investor weiter.

Welche Arbeit und Aufträge gibt Jesus seinen Jüngern, die hier gemeint sein können?
Predigt das Himmelreich, heilt, gebt es umsonst weiter, seid klug und ohne Falsch (Mat 10,7-8+16 )
Macht alle Völker zu Jüngern ... und lehrt sie alles zu halten, was ich geboten habe (Mat 28,18-20 )
Ihr werdet meine Zeugen sein (Apg 1,8 )
Seid allezeit bereit Rechenschaft über eure Hoffnung zu geben, mit Sanftmut, Ehrfurcht, gutem Gewissen (1Pt 3,15-17 )
Tut alles zu Gottes Ehre, gebt niemand Anstoß, wie ich allen zu gefallen suche, damit sie gerettet werden (1Ko 10,31-33 )
Nicht müde werden, allen Menschen Gutes zu tun, besonders den Glaubensgenossen (Gal 6,9-10 )

Auch hier geht es gewissermaßen immer um Vermehrung, d.h. der Menschen, die an Jesus glauben oder ihres Glaubens.

Welches Kapital stellt Jesus zur Verfügung?

Das anvertraute Geld im Gleichnis ist viel. Ein Talent (ca. 35 kg Silber) waren 6000 Drachmen oder Denare wert. Nach Mat 20,2  ist ein Denar ein Tageslohn. In Luk 19,13  bekommt jeder Knecht nur eine Mine (ca. 580 g Silber) = 100 Denare, was aber immer noch ein hoher Betrag ist. Damit Geld investiert und vermehrt werden kann, stellt Jesus das nötige Kapital bereit. Es handelt sich um Werte, die ein Tagelöhner nicht einfach zusammensparen kann.

Im übertragenen Sinn liegt es nahe, hierin die Gnadengaben zu sehen, mit denen der Heilige Geist Christen ausrüstet: Röm 12,4-8  / 1Ko 12,7-11  / 1Ko 12,27-28  / Eph 4,11-12  / 1Pt 4,10-11 . Wir müssen die Deutung der Talente aber nicht auf die übernatürlichen Geistesgaben beschränken, sondern können annehmen, dass alles eingeschlossen ist, was Gott uns an Fähigkeiten und Mitteln zur Verfügung stellt (vgl. 1Ko 4,7 ). Dazu gehört auch Geld (2Ko 9,5-15 .

Jeder bekommt unterschiedliche Gaben, je nach seinen Fähigkeiten damit umzugehen. Es kommt darauf an, die Gaben zur Vermehrung zu benutzen. Sogar eine geringe Vermehrung (das Bild von den Bankzinsen, Mat 25,27 ), wäre schon ausreichend und würde belohnt. Nur der völlig fehlende Einsatz der Gaben wird verurteilt. In Luk 19,11-27  bekommen alle Knechte die gleiche Menge Geld und erwirtschaften unterschiedlich viel damit. Alle, die etwas erwirtschaftet haben, werden belohnt, egal wie viel sie erwirtschaftet haben. Das erinnert an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die alle den gleichen Lohn bekommen, obwohl sie unterschiedlich viel gearbeitet haben (Mat 20,1-16 ). Bewertet wird nicht die Leistung, sondern die Treue in der Wahrnehmung der Verantwortung.

Was macht der böse Knecht falsch?

Der Vorwurf gegenüber dem Herrn, dass er hart sei und erntet, wo er nicht gesät hat, ist falsch. Natürlich hat der Herr gesät, indem er die Talente verteilt hat. Die falsche Einschätzung des Herrn zeigt, dass der Knecht den Herrn nicht wirklich kennt (vgl. 1Jh 2,3-4 ). Dass der Knecht dann aus Furcht das Talent vergräbt, ist unlogisch. Das wirft ihm der Herr dann auch vor. Sogar wenn die Sicht des Knechts vom Herrn stimmen würde, hätte er gerade deshalb etwas unternehmen müssen und können, um den Herrn zufrieden zu stellen. Seine Ausrede rechtfertigt ihn nicht, sondern führt zu seiner Verurteilung.

Der radikale Rauswurf des bösen Knechts in die äußere Finsternis, wo Weinen und Zähneknirschen ist, lässt auch hier darauf schließen, dass dieser Knecht kein echter Christ ist, so wie in den beiden vorangehenden Gleichnissen (Mat 25,11-12  / Mat 24,51 ). Die Gebote des Herrn gar nicht zu tun ist ein Zeichen von fehlender Bekehrung. Vgl. Mat 3,1-8  / Joh 14,21-24  / 1Jh 2,3-6  / Jak 2,17-26 .

Jesus macht hier keinen frommen Leistungsdruck. Jede Tätigkeit in seinem Sinn wird honoriert, auch wenn sie klein ist. Aber gar nichts zu tun, disqualifiziert für das Reich Gottes.

Man sollte nicht annehmen, dass der böse Knecht ein echter Christ war, der sein Heil verliert, weil er nicht genug geleistet hat. Eine solche Sicht würde den Aussagen der Bibel widersprechen, die Heilsgewissheit betonen und vor Werkgerechtigkeit warnen.

Hier einige Bibelstellen zu dem Thema:

Heilsgewissheit: http://www.ro-ho.de/thempfad/cnt_D04_Zukunft_der__2117.html#D6205
Gerechtigkeit aus Gnade und Glauben: http://www.ro-ho.de/thempfad/cnt_C.html#C08
Was bedeutet Mat 25,29 : Wer hat, dem wird noch hinzugegeben ...?

Es handelt sich dabei um ein allgemeines Prinzip, das Jesus auch in anderem Zusammenhang verwendet: Mat 13,12 . Dort geht es um das Verständnis von Gleichnissen: Nur die Jünger, die nachfragen, bekommen die Erklärung von Jesus. Den anderen geht durch die Gleichnisrede jedes Verständnis verloren.

Hier geht es um die Aktivität des Glaubens. Wer echt bekehrt ist, echten Glauben hat und die entsprechenden Früchte bringt, bei dem wird der Glaube und die Früchte wachsen (vgl. Joh 15,1-6 ). Wenn jemand keinen echten Glauben hat, dann wird sich dieser falsche Glaube als nicht vorhandener Glaube herausstellen.

Mat 25,31-46   Gericht über die Völker

Beobachtungen

Dieser Abschnitt vom Gericht über die Völker ist, im Gegensatz zu den Abschnitten vorher, kein Gleichnis. Zwar kommen auch hier Metaphern vor (wie Hirte, Schafe, Böcke), aber die sind nicht in eine zusammenhängende Geschichte in einer Bildwelt eingebettet.
In Mat 25,31  nimmt Jesus wieder Bezug auf seine Wiederkunft in Mat 24,30 . Das hier beschriebene Gericht findet also unmittelbar danach statt: "Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt ...".
Während in den vorhergehenden Gleichnissen diejenigen beurteilt wurden, die eine Beziehung zu Jesus hatten (Knechte, für die Jesus ihr Herr war, zur Hochzeit geladene Brautjungfrauen), geht es hier um Menschen, bei denen das überwiegend nicht der Fall war. Es handelt sich um "alle Völker".
Das Kriterium für die Beurteilung ist ihr Verhalten gegenüber "meinen geringsten Brüdern", die in Not waren.
Es gibt nur zwei mögliche Urteile: Entweder Segen, Erbe, Teilnahme am Reich Gottes, ewiges Leben oder ewiges Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist, ewige Strafe (vgl. Off 19,19-20  / Off 20,10-15 ). Die das positive Urteil bekommen werden als Gerechte bezeichnet; die das negative Urteil bekommen sind Verfluchte. Beide Schicksale dauern ewig. Das erinnert an das Gleichnis von den guten und faulen Fischen in Mat 13,47-50 .
Die gerechten "Schafe" erben das Reich, das seit Grundlegung der Welt vorbereitet ist (vgl. Eph 1,4-5 ). Der gesamte Ablauf der Geschichte bis zum hier beschriebenen Zeitpunkt ist von Gott vorhergesehen und von Anfang an geplant. Möglicherweise ist dieses Reich auch als Wiederherstellung des Paradieses zu verstehen, das durch den Sündenfall für die Menschen verlorgen ging. (Vgl. 1Mo 3,23-24  / Apg 3,19-21  / Mat 19,28 ). Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Reich um das messianische, 1000jährige Friedensreich auf der Erde, währenddessen der Teufel unschädlich gemacht sein wird (Off 20,1-7 ). Deswegen, und weil nur die Gerechten (Mat 25,37 ) in das Reich eingehen, sind dort paradiesische Zustände ohne Sünde zu erwarten, die allerdings spätestens mit der Freilassung des Teufels vorübergehend enden (Off 20,7-10 ), bevor das letzte Gericht auch über die Toten (Off 20,11-15 ) und der neue Himmel und die neue Erde folgen (Off 21,1-7 ).

Der Abschnitt wirft folgende Fragen auf:

Fragen

Wer sind die gerichteten Personen?

Mit "Völker"/"Nationen" (ethnos) werden üblicherweise die Nichtjuden bezeichnet (vgl. Mat 10,5  / Mat 20,18-19  / Apg 9,15  / Apg 13,44-48  / Eph 4,17  / 1Th 4,3-5 ). In diesem Zusammenhang sind es insbesondere die Völker, die zuvor die Nachfolger Jesu verfolgt haben (Mat 24,9 ) und unter denen das Evangelium gepredigt wurde (Mat 24,14  / Mat 28,19 ). Sie sind also verantwortlich dafür, wie sie mit den Nachfolgern und Verkündigern Jesu umgegangen sind.

Da anders als in Off 20,11-13  / Dan 12,2  / Joh 5,28-29  hier nicht von Toten die Rede ist, die gerichtet werden, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Menschen handelt, die zur Zeit der Wiederkunft Jesu auf der Erde leben werden.

Auch wenn man davon ausgeht, dass die Entrückung der Christen bei der herrlichen Wiederkunft Jesu geschieht und nicht separat vor der Drangsalszeit, so muss man doch beachten, dass im Zusammenhang mit der Entrückung nur die Auferstehung der "Toten in Christus" erwähnt wird (1Th 4,16 ).

Es wird also nun Gerechtigkeit wiederhergestellt und die Verfolgung in der Drangsalszeit (Mat 24,21-22 ) bestraft. Es könnte sich um das gleiche Gericht handeln, das in Off 20,4  nach der Wiederkunft Jesu (Off 19,11-21 ) beschrieben wird.

Wer sind "meine geringsten Brüder", deren Behandlung das Kriterium des Urteils ist?

Neben der Bezeichnung einer Verwandtschaft wird das Wort auch im erweiterten, übertragenen Sinn gebraucht. Jesus verwendet es, um seine Jünger zu bezeichnen: Mat 12,46-49  / Luk 8,21  / Mat 23,8  / Mat 28,10 . Das griechische Wort "adelfos" im Plural schließt auch Frauen ein, da das Wort für Schwester, "adelfe", sich nur in der Endung unterscheidet (vgl. Gal 3,26-28 ). Von Jesus ausgehend hat sich das Wort als Bezeichnung für die Christen etabliert: Mat 23,8  / Joh 21,23  / Apg 1,15  / Apg 6,3  / Apg 11,29  / Apg 14,2 . Aber auch Juden untereinander verwendeten es als freundschaftliche Bezeichnung für ihresgleichen: Apg 2,14+29+37  / Apg 7,37  / Apg 13,15+26 .

Die in Mat 25,40  von Jesus verwendete Formulierung "meine ... Brüder" darf man also auf Grund dieser Beobachtung so deuten, dass es sich um Menschen handelt, die an Jesus glauben, d.h. um Christen, die jüdischer oder nichtjüdischer Abstammung sein können. Es könnte sein, dass zu dem Zeitpunkt bereits alle noch lebenden Juden Christen geworden sein werden. Das deuten Röm 11,25-27  / Joel 3,1-5  / Jes 60,21  an. Andernfalls entstünde die Frage, wo denn die Juden in diesem Gericht sind. Sie könnten natürlich in "alle Völker" enthalten sein. Das ist aber unwahrscheinlich angesichts der üblichen Verwendung dieses Begriffs.

Kommentatoren, die davon ausgehen, dass die Entrückung (1Ti 4,13-17 ) als separates Ereignis vor der großen Drangsal und vor der herrlichen Wiederkunft Jesu stattfindet, sehen in den Brüdern nur Juden. Denn die Christen wären dann nicht mehr auf der Erde. Allerdings gibt es auch während der Drangsal noch Nichtjuden, die zum Glauben an Jesus kommen (Off 7,9-14 ). Außerdem bezeichnet Jesus nie die Juden insgesamt als seine Brüder.

Die Ergänzung "einem meiner geringsten ..." betont, dass sogar die Behandlung von Christen, die keine hohe Stellung, gesellschaftliche Anerkennung oder Bedeutung haben, entscheidend für die Beurteilung im Gericht ist.

Es ist bemerkenswert, dass Jesus die Behandlung seiner Jünger so bewertet, als wäre sie an ihm selbst geschehen. Dies ist ein grundlegendes Bewertungsprinzip Jesu: Mat 10,40-42  / Mat 18,5  / Luk 10,16  / Joh 13,20  / Apg 5,4  / 1Ko 8,12 .

Lehrt Jesus hier Werkgerechtigkeit? Kann man durch gute Taten gerecht werden und ewiges Leben bekommen?

Es gibt viele Texte im Neuen Testament, die betonen, dass Menschen nicht durch gute Taten gerettet werden, sondern durch den Glauben an Jesus Christus als ihren Retter, z.B. Mrk 16,16  / Joh 3,16  / Apg 26,17-18  / Röm 3,21-26  / Eph 2,8-10  / Tit 3,4-7 . Zu diesen Aussagen scheint Mat 25,31-46  ein Widerspruch zu sein.

Bei dieser Frage sind aber folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Wenn Jesus das richtige Tun im Zusammenhang mit dem ewigen Leben anspricht, dann sind seine Forderungen so radikal, dass sie den Zuhörern vor Augen zu führen, dass sie die Bedingungen für das ewige Leben durch gute Taten nicht erfüllen. Das ist z.B. bei der Bergpredigt der Fall (Mat 5,20 ) oder bei dem reichen jungen Mann, woraufhin die Jünger ganz entsetzt fragen: "Wer kann dann gerettet werden?" (Mat 19,16-26 ).
In einer groß angelegten Verfolgung, wie Jesus sie in Mat 24,9-14  beschreibt, werden den Verfolgten alle Lebensgrundlagen entzogen. Durch Flucht mangelt es ihnen an Nahrung, Unterkunft, medizinischer Versorgung und Kleidung. Wer erwischt wird, landet im Gefängnis und wird dann möglicherweise hingerichtet (vgl. Off 13,6-17 ). Wer in einer solchen Situation öffentlich die Verfolgten unterstützt (mit Nahrung versorgt, beherbergt, besucht), setzt sich selbst der Verfolgung aus. Solche Verhältnisse kennt man von der Judenverfolgung im Nationalsozialismus und heutzutage in Ländern mit starker Christenverfolgung. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass jemand den Verfolgten in dieser Situation hilft, wenn er nicht selbst Christ ist (vgl. Heb 10,32-37 ).
Die Gerechten, die das ewige Leben bekommen, werden mit Schafen verglichen. Das ist oft eine Metapher für Jünger Jesu: Mat 10,16  / Mat 18,12-14  / Mat 26,31  / Luk 15,4-7  / Joh 10,11-28  / Heb 13,20-21  / 1Pt 2,25 . Es sind also mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin Menschen, die bereits durch ihren Glauben an Jesus gerettet sind. Das zeigt sich dadurch, dass sie anderen verfolgten Christen helfen.

Es ist zwar nicht auszuschließen, dass Jesus denjenigen, die keine Christen sind, aber Christen in der extremen Verfolgungssituation der Drangsalszeit beistehen, eine besondere Gnade des ewigen Lebens gewährt. Aber es wird sicher nicht viele solche "Schafe" geben. Die meisten "Schafe" werden Gläubige sein, die aufgrund ihres Glaubens bewegt sind, das Gute zu tun. Ihr Glaube zeigt sich in ihren Taten (vgl. Jak 2,14-26 ).

Wie oft muss man einem geringsten Bruder helfen? Führt einmaliges Versagen schon zur Verdammnis?

In Mat 25,40  steht "was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt" in der griechischen Zeitform Aorist. Das gilt auch für die Hilfen, die nicht gegeben wurden in Mat 25,42-43 .

"Der Aorist wird für eine einmalige (punktuelle), nicht näher bestimmte Handlung verwendet. Der Aorist fasst den entscheidenden Punkt eines Vorgangs ins Auge. Die Handlung ist als Moment gedacht, entweder wird der Anfangs- oder der Endpunkt hervorgehoben oder die Handlung wird als Ganzes ohne Rücksicht auf die Dauer gesehen. Der Indikativ Aorist wird insbesondere in der Erzählung von (in der Vergangenheit abgeschlossenen) Ereignissen gebraucht." (Elberfelder Studienbibel)

Das zeigt, dass schon eine einzelne Handlung entscheidend sein kann, hilft aber nicht herauszufinden, was mit den Personen geschieht, die sowohl positiv, als auch negativ gehandelt haben. Aber vielleicht wird es solche gar nicht geben.

Wie lange dauert die Strafe?

Laut Mat 25,46  dauern Leben und Strafe gleich lang: ewig. Das Wort "aionios", das üblicherweise mit "ewig" übersetzt wird, hat folgende Bedeutung:

"aionios (166)
ewig, zum aion (165), der Zeit in ihrer Dauer, gehörig, beständig, bleibend; ewig, bezogen auf das ewige Leben, das nicht von der Begrenzung der Zeit betroffen ist. Aionios kennzeichnet das, was nicht vergeht. Bedeutungen: a) ohne Anfang oder Ende (Röm 16,26 ; Hebr 9,14 ); b) ohne Ende (Mt 25,41.46 ; 2Thes 1,9  u. ö.); in Phm 15  nicht nur für die Dauer des natürlichen Lebens, sondern auch darüber hinaus für die endlosen Zeiten des ewigen Lebens und der Seligkeit; c) in Jud 7  auf das Feuer bezogen, das vom Himmel kam und Sodom und Gomorra zerstörte, nicht nur weil seine Wirkung ewig dauern soll, sondern weil das Verbrennen dieser Städte ein drohendes Bild des ewigen Feuers ist (Mt 25,41 ), welches den Gottlosen und Unreinen erwartet (vgl. 2Petr 2,6 ); d) chronoi aionioi (vgl. chronos (5360)), ewige Zeiten, ist zu verstehen als die Zeiten der Welt, die Zeiten seit ihrer Entstehung (Röm 16,25 ; 2Tim 1,9 ; Tit 1,2 ; vgl. Eph 1,4 ; 1Petr 1,20 )." (Lexikon der Elberfelder Studienbibel)

Die Verurteilten kommen in das "ewige Feuer", wo auch der Teufel und seine Engel (Dämonen) hinkommen, das ursprünglich nur für diese vorgesehen war (Mat 25,41 /Off 20,10 ). Das geschieht deshalb, weil sie sich vom Teufel haben verführen lassen und mit ihm zusammengearbeitet haben in der Verfolgung der Brüder Christi (Off 12,9-17  / Off 13,1-15 ).




Matthäus-KommentarRoland Hofmann